Jeremia 10, 17-25 Züchtige mich!

„Züchtige mich, HERR, doch mit Maßen und nicht in deinem Grimm, auf daß du mich nicht ganz zunichte machst.“ (V.24) Was für eine Bitte! „Züchtigen“ – das klingt für uns heute völlig uncool und absolut daneben. Wer will schon gezüchtigt werden?! Da fallen uns doch sofort Prügelstrafe und andere brutale Erziehungsmethoden aus früheren Zeiten ein. Dahin will doch niemand zurück!

Warum bittet Jeremia so etwas?! Verständlich wären andere Bitten: „Vergib mir! Hilf mir! Errette mich! Lass mich nicht zu Grunde gehen!“ Und wenn es sein muss: „Verändere mich! Gib mir ein neues Herz!“ Aber die Bitte: „Züchtige mich“ ?!?!? Ich glaube Jeremia hat kapiert, dass mit unserem so sturen und selbstverliebten menschlichen Herzen Veränderung manchmal nur unter Schmerzen funktioniert. Es kann sein, dass ich erst mal gründlich auf die Nase fallen muss um zu erkennen, dass ich drauf und dran war in den Abgrund hinein zu rennen.

Wir können darum beten, dass Gott uns vor Fehlern bewahrt und dass er uns vor schlimmen Folgen von Fehlern schützt. Wir können aber auch darum beten, dass wir aus unseren Fehlern lernen – das ist wahrscheinlich schmerzhafter, aber ich glaube es langfristig gesehen gesünder. „Züchtige mich! Erziehe mich! Ziehe mich näher zu dir! Nicht nur dadurch, dass Du mir Schwieriges und Schmerzhaftes abnimmst, sondern auch dadurch dass ich durch Schwieriges und Schmerzhaftes hindurch lerne, neu auf Dich zu vertrauen. Nimm mir meine Fehler nicht einfach weg, sondern zeige sie mir, damit ich daraus lernen kann.“
Bibeltext

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2 Gedanken zu „Jeremia 10, 17-25 Züchtige mich!“

  1. Hallo Jochen,
    also dem Landwirt fallen bei Zucht und züchten ganz andere Dinge ein, als Fehler oder Strafe!.. 😉

    Bei Tieren geht es hauptsächlich um die Auswahl – nur die Guten sollen sich fortpflanzen!
    Bei den Gewächsen bedeutet es, das Überflüssige drumherum oder an der Pflanze selbst zu entfernen, damit sie nicht erstickt oder „ins Kraut“ schiesst und gute Früchte bringt…

    …die bitten allerdings weder um Zucht, noch beschweren sie sich, wenn man sie „züchtigt“ – ist also nur bedingt mit dem Menschen vergleichbar… 🙂

    LG + Segen

  2. …ach und die „Rasse bzw. Sortenreinheit“ ist auch gaaanz wichtig und darf nicht vermischt werden, damit das „Erbgut“ nicht verloren geht!

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