Jeremia 1, 4-19 – Späte Frucht

In dem Text geht es um die Berufung des Jeremia. Er möchte nicht. Er wehrt sich dagegen. Er will eigentlich kein Prophet sein. Er fühlt sich nicht dafür geeignet. Und wenn man dann das Jeremiabuch liest, dann kann man gut verstehen, dass er sich gegen diese Aufgabe gewehrt hat. Das ist ganz schön heftig, was er alles an Ablehnung und Hass erleben muss, gerade weil Gott in besonderer Weise bei ihm ist und durch ihn spricht. Gott Gegenwart führt ihn nicht in ein erfülltes und glückliches Leben, sondern in ziemlich viele Probleme.

Klaus Douglass vergleich die Aufgabe von Jeremia an einer Stelle ( S.158 ) mit jemand der sät. Wenn wir etwas aufbauen, dann können wir schnell Ergebnisse sehen. Wenn wir aber etwas säen, dann kann es lange dauern, bis wir überhaupt etwas sehen können. Das Tragische bei Jeremia ist, dass die Saat bei ihm erst nach seinem Tod aufgegangen ist. Zu seinen Lebzeiten erfuhr er nur Ablehung und Unverständnis. Er erlebte nicht, dass seine Worte, die er ja von Gott bekommen hatte, wirklich Umkehr bewirkten.

Gott kann manchmal ganz schön hart sein. Die Gegenwart Gottes in seinem Leben erleben heißt nicht, dass immer alles glatt läuft und man glücklich und zufrieden durch die Welt geht. Manchmal kann Gottes Gegenwart in einem Leben alles viel schwieriger und komplizierter machen. Es kann sogar sein, dass man keine Frucht sieht und erst viel später etwas von dem deutlich wird, was Gott in und durch dieses Leben gewirkt hat.

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