Jeremia 1, 1-3 Religiöses Establishment

So, nach den Petrusbriefen nun wieder etwas längeres und alttestamentliches: Jeremia. Einer der drei sogenannten „großen Propheten“ des Alten Testaments (Jesaja, Jeremia und Hesekiel – groß nicht als Werturteil, sondern wegen dem Umfang ihrer Bücher). In den ersten Versen wird kurz seine Herkunft erwähnt und die Zeit in der er gelebt hat.

Jeremia stammt aus einer Priesterfamilie und ist in Anatot, einem kleinen Ort etwas fünf Kilometer nördlich von Jerusalem aufgewachsen. Er kommt also aus dem religiösen Establishment und ist ganz nah am religiösen Zentrum Israels (dem Tempel in Jerusalem) aufgewachsen. Ich find’s schön, dass Gott ganz unterschiedliche Menschen beruft und gebraucht. Da ist z.B. der Prophet Amos, der Schafhirte war und den Gott für einige Zeit als Prophet gebraucht. Aber da ist auf der anderen Seite eben auch jemand wie Jeremia, für den Glaube schon längst Tradition ist und dessen Familie hauptamtlich für Religion zuständig ist.

Wir stehen ja alle in der Gefahr, Leute von ihrer Herkunft und ihrem Umfeld her zu beurteilen. Manchen ist es vielleicht suspekt, wenn jemand aus religiöser Tradition kommt und Glaube sozusagen zum „Geschäft“ gehört. Andere sind wiederum vorsichtig, wenn jemand ganz ohne theologische Bildung und dann noch als einfacher Schafhirte den Anspruch hat Gottes Wort weiter zu geben. Aber Gott ist das alles ziemlich schnurz. Er braucht nur ein Herz, das offen ist, um ihn zu hören und zu gehorchen.
Bibeltext

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3 Gedanken zu „Jeremia 1, 1-3 Religiöses Establishment“

  1. Danke, dass Du Jeremia durcharbeitest – werde versuchen es mit Dir zu begleiten. Habe gesehen, dass Du auch Jesaja schon behandelt hast. Muss mir Deine Ausführungen auf jeden Fall mal durchlesen – ich komme mit diesem Buch bislang überhaupt nicht klar (ich habe wirklcih ein Problem prophetische Bücher zu verstehen).

    Freu mich jetzt aber auf Jeremia!

    Segen Dir!

    1. Hi Quincy,
      schön dass du mit liest. Freut mich! 😀 Jeremia wird sicher an manchen Stellen nicht ganz einfach sein und sich zwischendurch auch etwas hinziehen. Aber faszinierend bei Jeremia ist, dass an einigen Stellen manches von ihm persönlich durchklingt. Vielleicht kann man von ihm lernen, Glauben durchzuhalten, auch dann wenn’s nicht so einfach ist und wenn wir nicht alles verstehen.

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