Jens Böttcher: Der Tag des Schmetterlings

von windhauch

Eins vorweg: Ich mag keine Kurzgeschichten. Ich hab schon öfters versucht, welche zu lesen, war aber meistens frustriert: Kaum hat man angefangen zu lesen und ist den Charakteren vertraut geworden, da ist die Geschichte auch schon wieder aus.

Trotzdem hab ich das Buch von Jens Böttcher mit den “Short Stories” (so der Untertitel) richtig genossen. Das liegt sicher auch daran, dass ich ein absoluter Fan von seiner Musik und seinen Büchern bin. Er ist ein echtes Multitaltent und macht tiefgehende, ehrliche Musik und schreibt ebensolche Bücher. Die Begeisterung hängt aber auch damit zusammen, dass Böttcher einfach gut schreibt, überraschende Ideen hat und seine Kurzgeschichten ungewöhnliche Wendungen nehmen können.

Acht Kurzgeschichten hat Böttcher hier auf 143 Seiten zum Besten gegeben. In manchen tauchen Motive aus seinen Liedern auf. So erinnert mich die letzte Geschichte vom Seelentänzer an das Lied “der Reisende”. Beides mal geht es um so etwas wie Seelenverwandtschaft, um eine Liebe, die stärker und ewiger ist als alles Irdische. Und beides mal geht es auch um den Schmerz und die Sehnsucht der unerfüllten Liebe.Wunderschön romatisch und doch nicht kitschig.

Auch das Motiv der Titelgeschichte “Der Tag des Schmetterlings” taucht schon einmal in einem Lied auf: In “Das Flüstern eines Schmetterlings”. Eine herrliche Allegorie über die sanfte Liebe und Gegenwart Gottes, die wir nicht festhalten und herbeizwingen können. Wie ein Schmetterling setzt sich Gott auf unsere Schulter und durchströmt uns mit seiner Liebe. Aber sobald wir versuchen diese Liebe unter Kontrolle zu halten und auszunutzen, zerstören wir alles…

Was ich an Böttcher mag ist, dass er irgendwie aus dem Rahmen fällt und dass man ihm (sowohl bei seinen Liedern als auch in den Büchern) die Echtheit, die Authentizität abspürt. Er macht einem nichts vor, er ist ehrlich, verletztlich und doch stark. Man spürt, dass er sich mit seiner ganzen Person und mit ganzer Seele in seine Lieder und Bücher hineingibt.

Mehr Infos zu Böttcher und auch ein paar Lieder zum anhören gibt es auf boettchercom.de. Auf seiner Myspace-Seite kann man zur Zeit die Titelgeschichte hören, von Jens selbst gelesen.

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