Ian Morgan Cron: Chasing Francis

Ein Buch wie ein Überraschungsei: Gleich drei Wünsche auf einmal werden erfüllt. Rein von der äußeren Form und vom Rahmen her ist das Buch ein recht gut geschriebener Roman über einen Pastor, der auf der Suche ist, wie man Gemeinde und Glaube heute authentisch leben kann. Dann gibt das Buch einen kurzen Überblick in das Leben und Denken von Franziskus von Assisi. Und als drittens ist das ganze eine hervorragende Einführung in zentrale Gedanken der „emerging church“. Als Ergänzung gibt es dann sogar noch einen Studienteil, mit dem man sich noch weiter in das Thema einarbeiten kann… (Dieser Teil hat mich jetzt aber nicht so besonders angesprochen).

Mich hat das Buch sehr angesprochen. Alle drei Bereich deckt der Autor recht gut ab. Natürlich kann er in den gut 200 Seiten des Romanteils nicht groß in die Einzelheiten gehen. Aber gerade dieser unterhaltsam und spannend verpackte Einstieg zu Fransikus und Kirche in der Postmoderne ist anregende. Durch das aufeinander Bezug nehmen der beiden Themen gewinnen beide Seiten. Und die Romanform macht das ganze lebendiger und konkreter als eine trockene Abhandlung.

Natürlich merkt man dem ganzen Buch den amerikanischen Hintergrund an. Manche Kritik am evangelikalen Christentum erscheint im europäischen Kontext etwas überzogen. Aber auch wenn es bei uns keine solche Extreme gibt, wie im amerikanischen Zusammenhang, so gelten die Anfragen doch von der Richtung her auch für uns hier. Der Autor macht auf jeden deutlich, dass wir gerade in unserer heutigen Zeit einiges von Franziskus lernen können.

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