Hesekiel 8 Fehlersuche

Gleich zu Beginn des Kapitels eine auffällige Formulierung: „Da fiel die Hand Gottes des Herrn auf mich.“ (V.1) Üblicher wäre die Formulierung „da kam die Hand Gottes auf mich“ (so bei Hes. 1,3; 3,22; 33,22; 37,1; 40,1). Wenn man dann das folgende Kapitel liest, wird die Formulierung etwas verständlicher: Hesekiel bekommt in einer Vision den Götzendienst seines Volkes vor Augen geführt. Und zwar nicht nur Götzendienst an irgendwelchen beliebigen Opferstätten, sondern mitten im Jerusalemer Tempel. Bei dem was er da sieht ist es verständlich, dass er das Gefühl hat, Gottes Hand ist auf ihn „gefallen“.

Interessant fand ich, dass Gott nicht nur ganz allgemein den Götzendienst seines Volkes anklagt, sondern ganz präzise aufzählt, was alles schief läuft. Man könnte das als pedantisch und kleinlich betrachten. Aber ich glaube Gott geht es darum, dass er seinem Volk einen Spiegel vorhalten will. Er will sie nicht einfach pauschal verurteilen, sondern zeigt ihnen exakt ihr Fehlverhalten auf. Das macht ja z.B. auch in der Kindererziehung einen Unterschied, ob ich ganz pauschal sage: „Aus dir wird eh nichts! Da ist Hopfen und Malz verloren!“, oder ob ich dem Kind genau erkläre, was es falsch gemacht hat und welche Konsequenzen das hat.

| Bibeltext |

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