Hesekiel 43 Bruchstückhafte Bilder einer herrlichen Zukunft

In diesem Kapitel beschreibt Hesekiel, wie in seinen visionären Tempel Gottes Herrlichkeit einzieht (welche nach einer Vision in Kap. 10 den damals noch bestehenden Tempel verlassen hatte) und wie der Opferdienst wieder aufgenommen werden soll. Aus neuttestamentlicher Sicht ist das alles etwas seltsam. Denn der Tempel wurde zwar später tatsächlich wieder aufgebaut und der Opferdienst fortgesetzt, aber der Tempel hatte nicht die Ausmaße, wie es Hesekiel in seiner Vision sieht. Im Jahr 70 n. Chr. wurde auch dieser Tempel wieder zerstört.

Das Neue Testament kennt in Offenbarung 21 eine ähnliche Zukunftsvision: da berichtet Johannes vom neuen Jerusalem das aus dem Himmel herab kommt (Offb. 21,2). Auch dort wird verheißen, dass dann Gott mitten unter seinem Volk wohnen wird. Aber es wird ausdrücklich betont, dass im neuen Jerusalem kein Tempel vorhanden sein wird, „denn der Herr, der allmächtige Gott, ist ihr Tempel, er und das Lamm.“ (Offb. 21,22)

War die Vision des Hesekiel falsch? Ich sehe sie – wie auch Offb. 21 – eher als eine Andeutung von einer Zukunft, die wir mit unserem Verstand gar nicht richtig erfassen können. In Bildern, die Hesekiel damals verständlich waren, wird eine neue Zukunft mit Gott verheißen. Ähnlich wird in Offb. 21 das zukünftige Jerusalem als gigantische Stadt, gebaut aus Gold und glänzenden Edelsteinen beschrieben. Diese Zukunft mit Gott können wir uns einfach nicht vorstellen, deswegen offenbart sie uns Gott in bruchstückhaften Bildern, damit wir zumindest eine Ahnung von der zukünftigen Herrlichkeit haben.

| Bibeltext |

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