Hesekiel 41 Bescheidene Wohnung

In diesem Kapitel wird in der Vision des zukünftigen Tempels auch das Allerheiligste beschrieben. Also der Ort, an dem Gott in besonderer Weise gegenwärtig ist. Was auffällig ist: es wird gar nicht viel dazu gesagt. Es wird nur gesagt, wie groß es ist: zwanzig auf zwanzig Ellen groß (ca. zehn mal zehn Meter). Für den Schöpfer der ganzen Welt sind das recht bescheidene Ausmaße. Es wird auch nicht beschrieben, was sich im Allerheiligsten befindet.

Schon an der Tempelarchitektur wird deutlich, dass es hier nicht um ein Heiligtum im religiösen Sinn geht. Es ist keine Statue oder Darstellung Gottes zu sehen, die von den Massen angebetet werden kann. Es ist keine menschlich-religiöse Stätte, an welcher der Mensch über Gottes Gegenwart verfügen kann. Gott bleibt auch im Tempel verborgen, unbegreifbar und unvorstellbar. Ein recht kleiner leerer Raum als Symbol für die Gegenwart Gottes. Selbst in der Vision darf dieser Raum nur vom Engel betreten werden und nicht von Hesekiel. Im tatsächlichen Tempel war es auch so, dass das Allerheiligste nur vom Hohenpriester einmal im Jahr betreten werden durfte. Gott bleibt auch im Tempel der ganz Andere und Heilige. Er ist viel größer und herrlicher, als dass er sich in einem irdischen Bauwerk einsperren ließe…

| Bibeltext |

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