Hesekiel 37, 1-14 Kein Schönreden und Verdrängen

Über diesen Text werd ich am Sonntag predigen. Es ist eine großartige Vision, wie Gott durch seinen Geist neues Leben schenkt. Hesekiel sieht ein Feld, das übersät ist mit Totengebeinen. Durch Gottes Geist werden diese mehr als toten Menschen wieder lebendig. Aufgefallen sind mir vor allem zwei Dinge. Zum einen erspart Gott Hesekiel nicht den grausigen Anblick von diesen Totengebeinen. Er führt ihn sogar mitten hindurch – er soll sich das genau anschauen. Gott sagt nicht: alles halb so schlimm, sondern er macht deutlich: ja, euer Zustand ist schlimm, es ist tatsächlich aus mit euch, ihr habt keine Hoffnung mehr, ihr seid wirklich tot! Die Hoffnung basiert nicht auf Schönreden oder Verdrängen, sondern auf Gottes Wirken.

Das zweite, das mir aufgefallen ist: Gott wirkt nicht ohne Hesekiel. Er beauftragt den Hesekiel die Totengebeine anzusprechen und Hesekiel tut es auch. Gerade durch ihn hindurch handelt Gott. Gottes Geist handelt hier nicht auf wunderbare und magische Weise außerhalb des Menschen, sondern durch das Wort und Handeln des Menschen hindurch. Das ist Gnade und Verantwortung zugleich. Gott will uns in sein Heilshandeln mit einbeziehen. Er will nicht unabhängig von uns handeln, sondern uns gebrauchen.

| Bibeltext |

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