Hesekiel 36, 16-38 Versteh ich nicht

Also ich komm mit Hesekiel grad nicht so richtig klar. Gott verheißt seinem Volk eine bessere Zukunft: er will sein Volk innerlich und äußerlich erneuern und wiederherstellen. Aber! Nicht weil er sein Volk so sehr liebt, oder weil er Mitleid hat, oder weil sie ihm trotz all ihrer Fehler und Schwächen wichtig sind, sondern um seiner selbst willen. Er kann es nicht ertragen, dass über sein auserwähltes Volk gelästert wird und damit er selbst als Gott dieses Volkes schlecht dasteht! „Ich tue es nicht um euretwillen, ihr von Hause Israel, sondern um meines heiligen Namens willen.“ (V.22) Wie passt das z.B. zum Gottesbild von Hosea, wo Gott sein Volk bis zur Selbstverleugnung liebt, obwohl es sich aufführt wie eine ehebrecherische Frau?

Außerdem verheißt Gott seinem Volk ein neues Herz und einen neuen Geist, damit sie endlich in seinen Geboten wandeln (V.26f). Wenn das so einfach ist, warum hat Gott das dann nicht von vornherein so gemacht? Warum lässt er sie erst in den Abgrund rennen, um danach zu sagen: „Hab ich’s doch gleich gewusst, das konnte ja nicht gut gehen. Lasst uns erst mal die Software umprogrammieren, damit das nicht wieder passiert.“ Aber der weitere Verlauf der Geschichte hat ja gezeigt, dass dieses Umprogrammieren selbst durch Jesus Christus und den Heiligen Geist nicht so einfach und problemlos funktioniert…

Ich finde, als Christen sollten wir nicht so tun, als ob mit Gott und der Bibel immer alles problemlos funktioniert und als ob wir alles verstehen. Es gibt genügend Dinge, die wir nicht unter die Füße bekommen, genügend Bibelstellen, in denen uns Gott fremd erscheint, genügend Erfahrungen, die wir nicht verstehen. Wenn wir ehrlich und glaubwürdig sein wollen, dann sollten wir auch darüber reden.

| Bibeltext |

 

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