Hesekiel 3, 1-11 Süßes und Saures

Zwei Dinge sind mir aufgefallen: zum einen, dass Gottes Wort dem Hesekiel so süß geschmeckt hat wie Honig. Für die damaligen Menschen war Honig das allersüßeste, was sie schmecken konnten. Ihre Geschmacksnerven waren noch nicht verdorben von unzähligen Süßigkeiten und überzuckerter Industrienahrung. Wir heute müssen ja eher darauf achten, nicht zuviel Süßes zu uns zu nehmen. Süßes verbinden wir eher mit etwas ungesundem. Für damalige Erfahrungen war Honig etwas wundervolles, etwas besonderes, etwas kostbares, ein seltenes Geschmackserlebnis. So erlebt Hesekiel die Worte Gottes.

Zugleich irritiert mich, wie bei so vielen alttestamentlichen Propheten, dass von Anfang an klar ist, dass seine Botschaft gar nicht ankommen wird. Gott sagt es gleich zu Beginn, dass das Volk die Worte Gottes nicht hören will, dass das Volk in Gottes Wort nicht den süßen Honig entdecken wird, sondern dass sie von vornherein verstockt sind und harte Herzen haben. Warum dann eigentlich noch predigen? Um den Nachkommen in späterer Zeit ein warnendes Beispiel vor Augen zu stellen? Um der wenigen willen, die doch bereit sind zu hören?

| Bibeltext |

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