Hesekiel 29 Verheißung an den Feind

Neben Tyrus (eine der damaligen wirtschaftlichen Großmächte) beschäftigt sich Hesekiel ausführlich mit Ägypten (neben Babylon die damalige militärische Großmacht): ganz vier Kapitel folgen zu diesem Land. Zu Ägypten hatte Israel immer ein gespaltenes Verhältnis: einerseits herrschte dort Josef und er konnte dadurch seine Familie vor der großen Hungersnot bewahren, andererseits wurde Ägypten zum Land der Sklaverei. Der Auszug aus Ägypten ist das zentrale Ereignis der jüdischen Geschichte. Zur Zeit Hesekiels erhoffte man von Ägypten Hilfe gegen die mächtigen und expandierenden Babylonier. Aber Hesekiel und andere Propheten haben immer wieder davor gewarnt, auf Ägypten zu vertrauen anstatt zu Gott umzukehren.

Erstaunt hat mich in diesem Kapitel, wie „milde“ die Gerichtsankündigung gegen Ägypten ausfällt. Das Land und er Pharao werden scharf kritisiert, aber das Gericht wird zeitlich begrenzt auf 40 Jahre (V.11). Anschließend gibt es sogar Verheißungsworte für das Land: „Denn so spricht Gott der Herr: Wenn die vierzig Jahre um sein werden, will ich die Ägypter wieder sammeln aus den Völkern, unter die sie zerstreut werden sollen, und will das Geschick Ägyptens wenden und sie wieder ins Land Patros bringen, in ihr Vaterland.“ (V.13f) Das klingt ähnlich wie die Verheißungen an Israel, welches Gott aus der Zerstreuung wieder zurück ins verheißene Land bringen will. Hier wird deutlich: Der Gott der Bibel ist der Herr der ganzen Welt und nicht nur ein kleiner Nationalgott der Israeliten!

| Bibeltext |

Bewerte diesen Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.