Hesekiel 25 Was geht mich das an?

Jetzt folgen einige weniger ergiebige Kapitel: In Hesekiel 25 bis 32 finden wir Gerichtsworte gegenüber anderen Völkern. Das mag ja in der damaligen Zeit wichtig gewesen sein, dass Gott nicht nur Israel für seine Schuld zur Rechenschaft zieht, sondern auch die anderen Völker, aber für meinen Glauben heute hat das keine so große Bedeutung.

Das muss jeder Bibelleser immer wieder feststellen: es gibt in der Bibel Texte von unterschiedlicher Wichtigkeit. Die Evangelien haben z.B. für unseren praktischen Glauben, aber auch für unsere Theologie, ein höheres Gewicht als diese Gerichtsworte über andere Völker. Jeder Theologe und auch jeder Christ setzt bei seiner Bibellektüre Schwerpunkttexte, von denen aus er andere Texte deutet, versteht und einordnet (auch wenn dies oft unbewusst geschieht).

Und doch ist die ganze Bibel Gottes Wort. Jesus sagt, dass kein Buchstabe und kein Tüpfelchen davon vergehen wird (Mt. 5,18). Aber auch er gewichtet die Worte der Bibel: das höchste Gebot ist für ihn das Doppelgebot der Liebe (Mt. 22,37-40). Er sagt dazu: „In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.“ Das ist die zentrale und wichtige Botschaft. Das ist die Grundlage für das Verständnis von allem anderen. Von daher: auch diese Worte aus Hesekiel 25 haben den Anspruch Gottes Wort zu sein. Aber ich tue auch gut daran, sie nicht in den Mittelpunkt meines praktischen Glaubenslebens und meiner Theologie zu rücken.

| Bibeltext |

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