Hesekiel 22 Und mich vergisst du!

Eine Aufzählung der Schuld und der Verfehlungen: quer durch alle Gebote (V.1-16) und quer durch alle gesellschaftliche Schichten (V.23-31). Ein kurzer Zwischenruf ist mir besonders aufgefallen: „…und mich vergisst du!, spricht Gott der Herr.“ (V.12) Was schwingt mit in diesem kurzen Satz? Enttäuschung, Verzweiflung, Zorn, Vorwurf…?

Wie kann das überhaupt passieren: Gott vergessen? Natürlich geht es nicht um ein vergessen im buchstäblichen Sinn, so wie man etwa eine Telefonnummer vergisst. Es geht um ein vergessen im praktischen Leben: nicht mehr an Gott denken, nicht mehr mit ihm rechnen, ihn nicht mehr ernst nehmen. Bis heute geschieht das. Das Gefährliche ist, dass es oft schleichend passiert, dass die Menschen selbst es gar nicht registrieren. Ganz langsam und unmerklich weicht die anfängliche Begeisterung einer Gewöhnung. Dann kommen Stress, Zeitmangel, Alltagssorgen dazu. Man distanziert sich äußerlich und innerlich von der Gemeinschaft. So viel andere Dinge sind wichtig, man muss auch mal an sich selbst denken, Gott hat uns doch auch die Freiheit zum Leben geschenkt und will dass wir unseren Spaß haben, man muss ja nicht alles so verbissen und ernst sehen… Man hält sich im Grundsatz immer noch für einen guten Christen… aber eigentlich hat man Gott schon vergessen – ohne dass man es gemerkt hat.

| Bibeltext |

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2 Gedanken zu „Hesekiel 22 Und mich vergisst du!“

  1. Danke für die Erinnerung. Ich durchlebe gerade eine recht schwierige Zeit und lese deshalb gerne Ihre Kommentare und Anregungen. danke!

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