Hesekiel 20 Die große Abrechnung

Dieses Kapitel ist eine große Abrechnung Gottes mit seinem Volk. Gott hat Israel auserwählt und sich ihm in besonderer Weise gezeigt (V.5). Doch schon in Ägypten hat Gottes Volk auf Gottes Werben mit Ungehorsam reagiert. Nach Hes. 20 zieht sich dieser Ungehorsam durch die ganze Geschichte hindurch. Immer wieder ist Gott zornig und erbarmt sich dann doch über sein Volk.

Das erstaunliche ist: Dieses Erbarmen wird nicht mit der großen Liebe Gottes oder mit seinem Mitleid begründet, sondern mit Gottes Heiligkeit. Immer wieder verschont Gott Israel, „um meines Namens willen, damit er nicht entheiligt würde vor den Heiden“ (V.9.14.22). Gerade Gottes Heiligkeit begründet immer wieder den gnädigen Neuanfang. Gegen Ende dieses Kapitels kommt aber dann doch das Gericht. Wobei es hier nicht um ewige Höllenqualen und endgültige Verwerfung geht. Für Hesekiel bedeutet Gericht, dass die „Abtrünnige“ (V.38) ausgesondert werden und nicht zurückkehren ins Land Israel. Also eine begrenzte Strafe und kein endgültiges Auslöschen.

Trotz der großen Abrechnung und trotz all dem Ungehorsam steht am Schluss des Kapitels ganz groß die Ehre Gottes, welche sich eben nicht in Vergeltung und ewiger Strafe zeigt, sondern in Gnade: „Ich will euch gnädig annehmen […] Und ihr werdet erfahren, dass ich der Herr bin, wenn ich so an euch handle zur Ehre meines Namens und nicht nach euren bösen Werken und verderblichen Taten, du Haus Israel, spricht Gott, der Herr.“ (V.41.44) Am Ende der großen Abrechnung streicht Gott die Schuld der bösen Taten einfach weg – und zwar zur Ehre seines Namens.

| Bibeltext |

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