Hesekiel 17 Auf den Größten vertrauen

Im Stil eines Gleichnisses wird in diesem Kapitel die Politik des von Babylonien in Jerusalem eingesetzten Vasallenkönigs Zedekia kritisiert. Anstatt dass sich dieser an seinen im Namen Gottes geschworenen Eid hält, streckt er seine Fühler nach Ägypten aus und hofft dadurch von Babylonien loszukommen. Hesekiel kündigt im Namen Gottes an, das dies nicht gut gehen wird. Aber er kündigt zugleich auch einen Neubeginn von Gott her an: Gott wird selbst einen neuen Baum pflanzen, einen herrlichen Zedernbaum, unter dem Vögel aller Art Schutz finden (V.23). Gott wird den hohen Baum (damit ist der sich selbst für schlau haltende Zedekia gemeint) erniedrigen und er wird den niedrigen Baum erhöhen (damit ist wohl der Messias als zukünftiger Friedenskönig gemeint).

Jesus hat diese Stelle gekannt und aufgegriffen. Zum einen im Gleichnis vom Senfkorn (Mt. 13,32): das Himmelreich wird ein großer Baum sein in welchem die Vögel des Himmels wohnen können. Und zum anderen in Mt. 23,12: „Wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.“ Faszinierend wie sich manche Linien durch die Bibel hindurch ziehen.

Egal ob bei Hesekiel oder bei Matthäus: Gott hat eine Vorliebe für die Demütigen und Niedrigen. Sie sind in Gottes Augen besonders wertvoll, weil sie sich nicht auf ihre eigene Kraft und Schlauheit verlassen, sondern auf Gott. Wahre Größe erreicht nicht der, der selbst groß sein will, sondern der der auf den Größten vertraut.

| Bibeltext |

Bewerte diesen Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.