Hesekiel 14 Immer die Anderen

Bisher ging es vor allem um die uneinsichtigen Zurückgebliebenen in Jerusalem, welche lieber anderen Göttern vertrauten, als dem Gott Israels. Die nach Babylon Deportierten, zu denen auch Hesekiel gehörte, erschienen als der kleine treue Rest, der gerade wegen der Ferne zu Heimat und Tempel an Gott festhielt. Aber jetzt an diesem Text wird deutlich, dass es auch unter den Juden in Babylon Leute gab, die ihre Herzen an Götzen hingen (V.3). Nicht einmal bei den Deportierten, welche den Propheten Hesekiel in ihrer Mitte hatten, standen alle auf Gottes Seite!

Ich kann mir vorstellen, dass sich die Juden, die bereits im Exil waren, als das wahre Israel vorgekommen sind. Sie hatten Gottes Handeln hautnah erfahren und durften durch Hesekiel hören, dass Gott ihnen auch im Exil nahe ist. Diejenigen in Jerusalem, das waren doch diejenigen, die vom Glauben abgefallen waren und die Hesekiel zu Recht kritisierte. Aber jetzt wird deutlich, dass die Exulanten nicht mit dem Finger nach Jerusalem zu zeigen brauchten: die Gottlosigkeit steckte mitten unter ihnen! Das tun wir ja immer wieder gern: mit dem Finger auf andere zeigen und dabei unsere eigene Fehler großzügig übersehen. Da hat doch auch mal jemand anderes etwas gesagt von Balken und Splittern…, oder nicht?!

| Bibeltext |

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