Hesekiel 1, 4-28 Unbeschreiblich schön

Ziemlich seltsam und nicht ganz leicht zu verstehen dieser Text. Hesekiel erzählt von einer Vision der göttlichen Herrlichkeit. Des öfteren taucht das Wort „wie“ auf: etwas aus seiner Vision sieht aus, „wie“ etwas, was wir aus unserer irdischer Welt kennen. Das zeigt schon, dass er etwas sieht, das man eigentlich nicht beschreiben kann, was er vielleicht auch selbst nicht ganz erfassen kann und das man nur durch Vergleiche andeuten kann.

Auffällig ist, dass er erst recht ausführlich eine Art Thronwagen beschreibt: vier Engelgestalten und vier Räder tragen eine Art durchsichtige Himmelsplatte. Dann wird seine Beschreibung knapper: „Darauf sah es aus wie ein Saphir, einem Thron gleich, und auf dem Thron saß einer, der aussah wie ein Mensch.“ (V.26) Dieser Mensch wird nicht weiter beschrieben, sondern in unterschiedlichen Formulierungen umschreibt Hesekiel den herrlichen Lichtglanz, den diese Gestalt umgibt. Der Prophet vermeidet sorgfältig zu sagen, dass er Gottes Angesicht direkt gesehen habe (vgl. Ex 33,20), er sagt nur, dass er die Herrlichkeit, die Gott umgibt gesehen habe.

Ich glaube nicht, dass diese Vision beschreiben soll, wie Gott aussieht, wie wir uns Gott vorstellen können. Hesekiel will sich kein Bild von Gott machen. Im Gegenteil: Er macht deutlich, wie unbeschreiblich schön und herrlich Gott ist. Er übersteigt unsere Wahrnehmung und unsere Vorstellungskraft. Aber schon allein die Ahnung von dieser Herrlichkeit kann ein Menschenleben verändern.

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