Hebräer 8, 1-13 Ganz schön optimistischh

Ganz schön optimistisch, wie der Hebräerbrief den christlichen Glauben den müde gewordenen Gläubigen darstellt. Der bisherige jüdische Glaube mit seinen irdischen Priestern und Opfern sei nur ein „Abbild und Schatten des Himmlischen“ (V.5) gewesen – das Eigentliche, Richtige und Himmlische sei jetzt in Jesus Christus geschehen. Der von Jeremia angekündigte neue Bund, in welchem Gott uns Menschen sein Gesetz in Herz und Sinn schreibt und alle Gott kennen werden (V.10f) sieht er nun als angebrochen an. Wie bringt er diese großartige Vision eines neuen Bundes, in welchem die Menschen von Herzen Gottes Gebote erfüllen und alle Gläubigen Gott erkennen, mit der doch eher ernüchternden Realität der adressierten Gläubigen in Einklang? Es ist ihm doch selbst klar, dass die Adressaten rein empirisch gesehen weit entfernt sind von diesem Idealbild eines neuen Bundes?!

Mir selbst geht es jedenfalls so, wenn ich mich selbst, unsere Gemeinden und all die verschiedenen christlichen Konfessionen anschaue: Diese großartige Verheißung von Jeremia hat sich nur ansatzweise erfüllt. Wenn wirklich alle Christen Gott erkennen würden (und nicht nur oberflächlich eine Ahnung von ihm hätten) und Gottes Wille in unser Herz geschrieben wäre (so dass wir ihn auch gerne und ohne Kompromisse tun würden), dann würde unsere Welt anders aussehen.

Ich denke, dass auch der Hebräerbrief davon ausgeht, dass in Jesus Christus zwar etwas völlig neues begonnen hat, dass aber die Vollendung dieses Neuen noch aussteht. Vergebung geschieht nicht mehr durch Opfer der Priester im Tempel, sondern aufgrund von Jesu Tat am Kreuz. Es ist ein neuer Bund angebrochen, aber auch dieser Bund ist noch längst nicht am Ziel angekommen.

| Bibeltext |

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