Hebräer 4, 14 – 5, 10 Thron der Gnade

Der Hebräerbrief hat ein ganz eigenes Bild vom Wirken Jesu Christi: er bezeichnet ihn als den wahren Hohepriester. Kein anderes Buch des Neuen Testament sagt dies über Jesus aus. In diesem Abschnitt sieht der Hebräerbrief zwei Gemeinsamkeiten zwischen einem Hohepriester im Tempel in Jerusalem und Jesus Christus. Beide können mit den Menschen, die mit ihren Sünden vor Gott kommen, mitfühlen. Der Hohepriester im Tempel, weil er selbst ein Mensch mit Sünden ist. Jesus Christus ist dagegen ohne Sünde, aber er hat in seinem irdischen Leben gelitten (V.7) und kann deshalb unsere Schwachheit verstehen (V.15). Außerdem sind beide von Gott berufen – sie ernennen sich nicht selbst, sondern werden von Gott auserwählt.

Mich hat an dem Abschnitt vor allem angesprochen, dass wir nicht voller Furcht zum Thron Jesu Christi kommen müssen, sondern dass wir Zuversicht haben dürfen (V.16). Es ist kein Thron des Gerichts und der Verdammnis, sondern der Gnade und Barmherzigkeit. Derjenige der auf dem Thron sitzt kennt unsere Leiden und unsere Schwachheit. Er hat selbst gelitten und kann uns nur zu gut verstehen. Das heißt allerdings auch, dass ich vor mir selbst und vor Jesus meine Schwäche auch zugeben muss. Wenn ich meine Schwäche gar nicht wahrhaben will, dann brauche ich nicht zum Thron der Gnade kommen.

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