Hebräer 11, 1-7 Was ist Glaube?

Ich tue mich schwer mit dieser Beschreibung von Glauben. Glauben erscheint hier fast wie eine verdienstliche Leistung des Menschen, für die er dann von Gott belohnt wird. Wenn der Mensch fest genug an das Unsichtbare glaubt und nicht daran zweifelt, dann gibt Gott „denen, die ihn suchen, ihren Lohn“ (V.6).

Das steht in einer gewissen Spannung zum Verständnis von Glauben bei Paulus. Für Paulus ist es gerade entscheidend, dass wir nicht durch eigene Leistung vor Gott bestehen können. Der Glaube ist keine neue menschliche Leistung, die an die Stelle von verdienstlichen Gesetzeswerke tritt, sondern Glaube ist gerade das Vertrauen, dass Gott alles schenkt und wir uns nichts verdienen müssen.

Glaube ist für mich weniger die menschliche Voraussetzung für einen gemeinsamen Weg mit Gott, sondern eher der Weg selbst. Glaube ist nicht die Voraussetzung für eine gute Beziehung zu Gott, sondern er ist das vertrauensvolle Leben dieser Beziehung.

Aber dem Hebräerbrief geht es wohl weniger um eine Definition von Glaube und Werke, sondern um eine Ermutigung an den müde gewordenen Glauben der Leser. Sie sollen sich in ihrem Vertrauen auf Gott an den biblischen Vorbildern orientieren, die an Gott und seinen Zusagen festgehalten haben, obwohl sie nichts gesehen haben und keine Sicherheiten hatten. Der Glaube hat keine Sicherheiten, sondern lebt vom festen Vertrauen.

| Bibeltext |

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