Hebräer 10, 19-31 Konsequenzen der Gnade

Nachdem der Hebräerbrief die Gnade ganz groß gemacht hat und deutlich wurde, dass Jesus Christus uns ein für alle mal durch sein Opfer geheiligt hat (10,10), folgen nun die Konsequenzen dieser großen Gnade. Eine Konsequenz wäre die Bequemlichkeit: Wenn Jesus schon alles getan hat, dann ist es ja egal wie ich lebe – es ist ja schon alles erledigt. Eine andere Konsequenz, die wohl auch bei den Adressaten auftrat, ist die Müdigkeit und der Zweifel: Wenn Christus alles getan hat, warum sehen wir dann so wenig davon? Einige haben wohl in ihrem Vertrauen auf Christus nachgelassen, haben die Versammlungen der Gemeinde nicht mehr besucht, sind lau geworden und standen in der Gefahr, den Glauben ganz zu verlieren.

Die Konsequenz der Gnade ist für den Hebräerbrief eine andere: Jesus hat den Weg ins Allerheiligste frei gemacht, darum „lasst uns hinzutreten“ (V.22), lasst uns diesen Weg gehen, lasst uns an der Hoffnung festhalten, lass uns treu bleiben. Wenn Gottes Gnade so groß ist, dann ist unsere Verantwortung nicht kleiner, sondern um so größer. Wer diese große Gnade wegschmeißt, der macht einen großen Fehler. Darum folgt auch hier die eindringliche Warnung davor, mutwillig zu sündigen (V.26). Damit sind keine einzelne Verfehlungen gemeint, sondern die bewusste und bleibende Abkehr von Gott und seiner großen Gnade.

Der Hebräerbrief vertritt hier die Position, dass jemand der einmal bewusst vom Glauben abgefallen ist, keine Chance mehr zur Umkehr hat. Allerdings ist das wohl angesichts dieser großen Gnade Gottes für den Brief selbst eine „unmögliche Möglichkeit“ (vgl. hier >>>). Zum anderen hat schon die Alte Kirche aufgrund des Gesamtzeugnisses der Heiligen Schrift den in der Verfolgung vom Glauben Abegefallenen die Möglichkeit einer zweiten Buße eingeräumt. Trotzdem bleibt die ernsthafte Warnung des Hebräerbriefes davor, mit Gottes großer Gnade leichtfertig umzugehen.

| Bibeltext |

Bewerte diesen Artikel

Ein Gedanke zu „Hebräer 10, 19-31 Konsequenzen der Gnade“

  1. Allerdings ist es keine „unmögliche Möglichkeit“, sich zu versündigen, denn es steht das Wort „Wir“ im Kontext bei Hebr.
    10, 26 ff .

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.