Hans-Josef Ortheil: Die große Liebe

Was für ein wundervolles und herrlich unaufgeregtes Buch über ein großes Thema. Der Inhalt ist von klassischer Schlichtheit: es geht um zwei Menschen, die füreinander bestimmt sind. Obwohl die beiden und die Menschen um sie herum gar nicht damit rechnen, dass es so etwas wie „die große Liebe“ gibt, widerfährt den beiden gerade das Unvorstellbare, das kitschig klingende und doch so tiefe: sie versinken in der Liebe ihres Lebens.

Obwohl in dem Roman nicht sehr viel passiert und das alles sehr nach süßlicher Rosamunde Pilcher Romantik klingt, rutscht der Roman doch nicht in Plattheit und Kitsch ab. Das liegt vor allem an dem klaren und nüchternen Stil, in welchem Ortheil diese große Liebe schildert. Eine bezaubernde Reinheit liegt über dem ganzen Buch (bis auf einen kurzen Teil, in dem die Hauptperson von seinen früheren Liebeserfahrungen berichtet).

Es geht um einen deutschen Fernsehredakteur, der für Vorstudien zu einem Dokumentarfilm an die italienische Adriaküste fährt. Dort begegnet er einer hübschen, intelligenten und kommunikativen Meeresbiologin und obwohl beiden recht schnell klar ist, dass sie füreinander bestimmt sind, nähern sie sich auf vorsichtige Weise aneinander an, bis sie sich ihre Liebe gestehen und daran trotz mancher Widerstände festhalten.

Ich habe diesen Roman sehr genossen. Ich habe seine schlichte Form genossen – ohne überdrehte und unrealistische Figuren, ohne extrem Charaktere und absurde Handlung, ohne postmodern-chaotische Erzählweise, ohne reißerisch auf cool gemachten Stil, ohne unzähligen Handlungsstränge, die parallel laufen und miteinander verwoben sind… alles ganz einfach und simpel, aber gerade dadurch sehr eindrucksvoll.

(Amazon-Link: Ortheil: Die große Liebe)

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