Galater 6, 6-10 säen und warten

Jesus hat in seinen Gleichnissen sehr oft vom säen, wachsen und ernten gesprochen. Auch Paulus bringt hier das Bild vom säen in seine theologischen Differenzierungen zwischen Geist und Fleisch ein: „Wer auf das Fleisch sät, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten; wer aber auf den Geist sät, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten.“ (V.8) Wer seine Hoffnung auf Vergängliches, auf seine eigene Kraft setzt, der wird auch Vergängliches bekommen, wer aber auf ewiges baut, der wird auch ewiges bekommen.

Das faszinierende und oft auch schwierige bei diesen Vergleichen mit der Landwirtschaft ist ja die Zeitebene. Wenn man etwas sät, dann sieht man zunächst einmal gar nichts. Der Same ist weg, er liegt in der schmutzigen Erde und es geschieht zunächst einmal gar nichts. Man braucht Geduld. Viel Geduld. Irgendwann sieht man dann einen zarten, kleinen, empfindlichen Spross aus der Erde kommen. Und auch dann braucht man noch Geduld. Nur langsam wächst dieser Spross heran, wird größer und kräftiger. Und auch dann braucht man noch Geduld. Selbst dann ist noch keine Frucht da, sondern es dauert, bis die Pflanze ihre Frucht bringt.

Es ist gar nicht so leicht auf den Geist zu säen, denn man sieht zunächst oft gar nichts. Ich muss zugeben, dass ich so manches mal an Gott und dem Glauben zu verzweifeln drohe, weil so wenig zu sehen ist. Und vielleicht wird oft so mancher zarte Spross aus Unachtsamkeit platt getreten, oder er bekommt nicht genug Wasser, oder wird vom Unkraut erdrückt. Ich bin eigentlich ein sehr geduldiger Mensch, aber so manches mal wünsche ich mir doch, dass Gott das Geistliche schneller wachsen und kräftig werden lässt…

| Bibeltext |

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