Galater 5, 13-15 Wahre Gesetzesfrömmigkeit

Freiheit vom Gesetz bedeutet für Paulus keine Gesetzlosigkeit. Im Gegenteil: nur in dieser Freiheit kann das wahre Anliegen des Gesetzes wirklich umgesetzt werden. Das Gesetz ist für Paulus kein Weg zu Gott, ich kann mich durch Gesetzesbefolgung nicht vor Gott rechtfertigen – und ich brauche es auch gar nicht. In diesem Sinn bin ich als Christ frei vom Gesetz. Ich brauche es nicht, um vor Gott stehen zu dürfen. Aber in einem tieferen Sinn hat das Gesetz, die Gebote der Bibel eine bleibende Bedeutung für uns. Paulus geht es nicht um äußerlichen Gesetzesgehorsam, sondern um den Kern des Gesetzes – und das ist für ihn die Liebe: „Denn das ganze Gesetz ist in einem Wort erfüllt, in dem: ‚Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!'“ (V.14)

Gottes Gebote dienen nicht dazu, mich selbst gerecht zu machen, sondern sie dienen dazu, meinem Nächsten Gutes zu tun. Das ist eine völlig andere Blickrichtung auf das Gesetz. Es dient nicht meiner Gerechtigkeit, sondern es dient der Liebe zu meinem Nächsten und mir selbst. Bis heute gibt es engherzige Gläubige, die Angst davor haben, dass die Gebote Gottes im Namen der Liebe aufgeweicht werden. Diese Angst kann ich nachvollziehen, aber wir müssen aufpassen, dass wir nicht so enden wie die Irrlehrer in Galatien, welche am wahren Kern und Sinn der Gebote vorbei gelebt und gelehrt haben. Die wahre Gesetzesfrömmigkeit ist nicht äußerlicher Buchstabengehorsam sondern die Liebe!

| Bibeltext |

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