Galater 5, 1-12 Billige Gnade?

Was wohl in den Köpfen der Galater vorgegangen ist? „Das ist doch zu schön, um wahr zu sein! Ich brauche nur Jesus zu vertrauen und allein dadurch bin ich mit Gott versöhnt? Das kann doch nicht alles sein! Ich muss doch auch was tun! So einfach kann es doch nicht sein! Wenn das wahr wäre, dann würde das doch die ganze moralische Funktion von Glaube zerstören! Wozu soll ich mich anstrengen und ein gutes Leben führen, wenn mir Gott sowieso alles vergibt? Das ist doch billige Gnade! Paulus macht die Gnade Gotte zu billig! Er verscherbelt sie ganz ohne Gegenleistung! Das kann doch nicht sein!“

Aber Paulus bleibt dabei: Wer durch eigene Leistung, durch Werke des Gesetzes gerecht werden möchte, der muss das ganze Gesetz halten. Es gibt keine Vermischung von eigener religiöser oder moralischer Leistung und Gnade. Es gibt nicht das aufrechnen: bis hier hin muss ich selbst gehen und den Rest schenkt mir Gott in seiner Gnade. Nein! Gott schenkt alles in seiner Gnade! Wer durch das Gesetz gerecht werden will (und seien es auch nur einzelne Bestimmungen wie die Beschneidung), der hat Christus verloren (V.4).

Das heißt für Paulus nicht, dass damit die Gnade billig wird oder dass moralische und religiöse Anstrengung überflüssig wird. Für ihn ist nur das Vorzeichen anders: Alles menschliche Bemühen dient nicht dazu das Heil zu verdienen. Aber wer Gottes Gnade geschenkt bekommt, der wird sich von selbst bemühen ein Leben in der Liebe zu führen: „In Christus Jesus gilt … der Glaube, der durch die Liebe tätig ist.“ (V.6) Das ist keine billige Gnade – das ist geschenkte Gnade, die sich in der Liebe zeigt.

| Bibeltext |

Galater 5, 1-12 Billige Gnade?
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Ein Gedanke zu „Galater 5, 1-12 Billige Gnade?“

  1. Aber wer Gottes Gnade geschenkt bekommt, der wird sich von selbst bemühen ein Leben in der Liebe zu führen: „In Christus Jesus gilt … der Glaube, der durch die Liebe tätig ist.“ (V.6)

    In der heutigen Zeit schwieriger denn je.
    Würde mir viel Gemeindezucht wünschen.

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