Galater 4, 8-20 Finden UND gefunden werden

Ein Satz ist mir in diesem Abschnitt besonders ins Auge gesprungen: „Nachdem ihr aber Gott erkannt habt, ja vielmehr von Gott erkannt seid…“ (V.9) Genial, wie Paulus hier beschreibt, wie Menschen Christen werden. Auf der einen Seite ist es ein aktives Geschehen von Seiten des Menschen: Ihr habt Gott erkannt. Auf der anderen Seite, auf einer tieferen Ebene, ist es ein Wirken Gottes: Ihr seid von Gott erkannt.

Interessant ist, dass Paulus beides zusammenbindet. Er lässt nicht das eine zugunsten des anderen weg, sondern erwähnt beide Perspektiven. Wobei er durch das „vielmehr“ auch betont, welche die grundlegende ist: dass Gott uns erkennt. Ohne Gottes Handeln kann kein Mensch zum Glauben kommen. Aber es ist eben nicht so, dass deswegen das Suchen, Erkennen und Glauben des Menschen unwichtig wird. Paulus streicht das nicht einfach raus! Logisch gesehen ist das ein Paradox. Nach unserer menschlichen Logik kommt der Mensch entweder durch eigene Entscheidung zum Glauben oder weil Gott ihm Glauben schenkt. In der Logik des Glaubens fällt aber beides zusammen. Man kann es nicht auseinander dividieren.

| Bibeltext |

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