Francois Lelord: Im Durcheinanderland der Liebe

Genial, witzig, aufschlussreich, entlarvend und gut geschrieben. Lelord ist Psychiater und er versteht es sehr gut, psychologische Zusammenhänge in unterhaltsame Geschichten umzusetzen. Bekannt wurde er 2002 mit dem Buch „Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück“. Das Durcheinanderland ist sein zweiter Roman, der dann 2003 erschien. Wie der Titel schon sagt, geht es um das große Thema Liebe.

Lelord hält unserer modernen westlichen Gesellschaft auf liebevolle Weise einen Spiegel vor. Er tut das in der Hauptfigur des Romans: Der junge Inuit Ulik wird als Botschafter der Eskimos nach Paris gesandt. Er kommt aus einer der letzten archaischen Gesellschaften unserer Welt und der Kontrast zwischen seiner Welt und unserer Welt ist entsprechend deutlich. An Ulik zeigt Lelord wie sich unsere Lebensweise in den letzten ein-, zweihundert Jahren grundlegend verändert hat. Das wird z.B. schon darin deutlich, dass Ulik der Inuit aufgewachsen ist ohne Einsamkeit und Privatsphäre. Die Inuit leben in Ständiger Gemeinschaft mit anderen, sie sind so gut wie nie allein. Für Ulik ist es daher unerträglich und schrecklich, abends allein auf dem Hotelzimmer zu sitzen.

Auch im Bereich der Liebe zwischen Mann und Frau, im Rollenverständnis und im praktischen Zusammenleben hat sich enorm viel verändert. Entsprechend durcheinander fühlt sich für uns vieles an – und noch mehr durcheinander fühlt sich Ulik in der modernen Welt… Hab das Buch sehr gerne gelesen und oft dabei geschmunzelt.

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