Fight Club

Durch das Buch „Die Zukunft gestalten“ von Frost und Hirsch bin ich auf den Film „Fight Club“ aufmerksam geworden. Der Film wird als Beispiel für ein postmodernes Lebensgefühl angeführt. Hab den Film jetzt gesehen und muss sagen: Wow! Ein richtig guter Film, der zum Nachdenken anregt. Gute, inovative Story, die perfekt umgesetzt wird. Leider mit einigen zu brutalen Szenen, aber das gehört wohl bei dem Film dazu, weil er sich eben gerade mit dieser Gewalt beschäftigt. Das war für mich kein Feel-good Film von dem man nachher begeistert ist. Der Film rüttelt kräftig an unserem Selbstbild, an unserem Weltbild und an unserer modernen Gesellschaft. Nach dem Ende des Filmes war ich erst mal wie benommen und wusste nicht so recht, was ich davon halten sollte. Es tauchen Fragen auf wie: Wer bin ich eigentlich? Welchen Sinn macht mein alltägliches Leben in unserer Wohlstandsgesellschaft?

Auf eine Inhaltsangabe verzichte ich an der Stelle – das können andere besser (z.B. bei Wikipedia). Aber ein paar Gedanken dazu: Aus Sicht des Glaubens fand ich den Film interessant, weil wirklich etwas von der postmodernen Unzufriedenheit mit unserer modernen, blutarmen und seltsam künstlichen Glitzerwelt des Scheins deutlich wird. Der Film zeigt etwas von der Sehnsucht nach ursprünglichen und kraftvollen Erfahrungen, welche wir heute kaum noch machen können (Ich glaube diese Sehnsucht drückt sich auch bei den vielen Verrückten aus, die lebensgefährliche Bergbesteigungen und sonstige Abenteuer auf sich nehmen, um wirklich mal wieder echte Grenzerfahrungen machen zu können…). Eine normale Gemeinde in der heutigen Zeit ist von dieser Sehnsucht leider oft meilenweit entfernt. Da läuft alles (zumindest an der Oberfläche) so schön gesittet, geordnet und zivilisiert ab. Starke Gefühle gibt’s nur bei den Charismatikern und auch dort muss man sie erst mit viel Aufwand künstlich erzeugen.

Etwas anderes, was mich nach dem Film beschäftigt, ist die Frage, wie wir als Christen mit Aggressionen umgehen. Der Film thematisiert ja v.a. die männliche Aggression und das Gefühl der Befreiung, wenn diese endlich mal ausgelebt werden darf. Ich denke es ist kein Wunder, dass viele Jugendliche von Ballerspielen, aggressiven Filmen und aggressiver Musik in den Bann gezogen werden. Ansonsten darf heutzutage ja Aggression gar nicht mehr vorkommen… Was tun wir Christen mit der Wut im Bauch? Immer wieder nur runterschlucken und ans Kreuz bringen? Immer nur so tun als ob man als guter Christ solche Gefühle nur vom Hörensagen kennt? Ich hab keine Antworten, nur Fragen. Vor allem wenn ich an Kinder und Jugendliche denke: Wie können wir mit der Aggression konstruktiv umgehen? Vor allem den Jungs genügt es doch nicht nur Bibel zu lesen und um eine brennende Kerze herum zu sitzen – die wollen kämpfen und siegen, auch in spiritueller Hinsicht.

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