Fedora 14 – LXDE

Am 2. November 2010 ist das neue Fedora 14 erschienen. Gleich nach dem Erscheinen hab ich die LXDE-Variante auf meiner Testpartition installiert und seitdem im Alltagsgebrauch getestet (komischerweise hat sich die Gnome-Version sich bei mir trotz mehrmaligen Downloads und verschiedenen Brennversuchen bei mir nicht installieren lassen…).

Der LXDE Desktop von Fedora 14

Für den Desktop-Anwender auffällige Neuerungen finden sich nicht in Fedora 14. Am ehesten bemerkbar macht sich vielleicht die neue JPEG-Bibliothek libjpeg-turbo, die im gesamten System zu einem schnelleren Umgang mit Bilddateien führt. Eine weitere Neuerung ist die Desktop- Virtualisierung Spice. Aber für einen normalen Desktop Endanwender wie mich ist das uninteressant.

Natürlich wurden Programme und Desktop-Umgebungen aktualisiert. Gnome 2.32 ist dabei und bei KDE leider nur KDE 4.5.2  (am 3. Nov. ist 4.5.3 erschienen). Der Kernel wurde auf 2.6.35.4 aktualisiert. Interessant ist, dass sich über die Repos auch Meego 1.0 (eine speziell für Netbooks optimierte Desktopumgebung) und Sugar 0.90 (eine für Kinder entwickelte Oberfläche) nachinstallieren lassen.

Die Standard Desktop Umgebung ist nach wie vor Gnome, aber auch von KDE, LXDE und XFCE lassen sich Installationsmedien herunterladen >>>.

Installation

Wie gesagt, die Gnome-Version hat bei mir nicht funktioniert. Der LXDE-Spin dagegen tadellos. Die Installation fand ich sehr professionell und sehr schnell. Eine gute Balance zwischen Einfachheit und genügend Möglichkeiten, die Installation seinen Bedürfnissen anzupassen.

Design

Nicht mein Fall. Ein aktuelles und modernes Design gehört offensichtlich nicht zu den Prioritäten von Fedora (im Gegensatz zu Ubuntu, wo bei jedem Release auch kräftig an der Oberfläche gefeilt wird und das einfach moderner aussieht). Bei Fedora zählen mehr die inneren Werte. Es wendet sich an erfahrene Linux-Anwender und Entwickler, die sich dann das Design sowieso selbst zusammensuchen.

Leistung

Klasse! Die LXDE Umgebung hat natürlich von Haus aus einen geringeren Speicherverbrauch und ist sehr schnell. Aber auch insgesamt macht das System einen sehr flotten Eindruck. So z.B. auch die Paketverwaltung, die schnell startet und schnell nach Paketen sucht. Das Auflösen von Abhängigkeiten dauert dagegen etwas länger.

Für meinen Geschmack werden beim Systemstart zu viele Dienste und Programme geladen, die man nicht unbedingt braucht. Aber über die gute Diensteverwaltung und das Programm zu den Sitzungseigenschaften kann man das schnell ändern.

Ärgernisse

Ich weiß: Fedora ist nicht unbedingt für Linux-Anfänger und ganz normale Desktopbenutzer konzipiert. Es richtet sich vor allem an Entwickler und Profis. Ich weiß auch, dass Fedora die Philosophie hat, freie Software zu fördern und proprietäre Software zu meiden. Aber für mich bleibt es jedes mal ein Ärgernis, wenn man nach der Installation erst einmal verschiedene Einstellungen vornehmen muss, um das System alltagstauglich zu bekommen. Mit dem Programm easylife und dem rpmfusion-Repo geht das inzwischen zwar einfacher als noch vor Jahren – aber das muss man ja auch erst einmal wissen (mit easylife kann man relativ bequem z.B. SELinux abschalten, den Flash-Player nachinstallieren, mp3-Codecs installieren oder die NVIDIA-Treiber für bessere 3D Performance installieren). Fedora selbst gibt hier keine Hilfestellung.

Ein Bug bei meiner LXDE-Installation: es lassen sich manche Programme nicht installieren, weil sie nach den Nautilus-Extensions verlangen, die aber eigentlich installiert sind.

SELinux habe ich sofort wieder abgeschaltet: es nervt mich mehr, als dass es hilft. Für den normalen Endanwender ist das System auch ohne diese Security Hinweise sicher genug.

Fazit

Sehr positiv! Ein gutes Release. Aktuell, schnell und stabil. Wenn man einige Anpassungen und weiß was man tut, auch durchaus für den Endanwender ein gutes Arbeitssystem. Aber mein Lieblingslinux Archlinux wird es nicht verdrängen 😉

Screenshots

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