Exodus 35, 4-29 Freiwillig

In diesem Abschnitt geht es um Gaben für die Stiftshütte – sowohl materieller Art wie auch von Zeit und Fähigkeiten. Stark betont wird die Freiwilligkeit. „Erhebt von eurem Besitz eine Opfergabe für den Herrn, sodass einer jeder die Opfergabe für den Herrn freiwillig bringen.“ (V.5) Schon an dieser Formulierung wird deutlich, dass die Sache mit der Freiwilligkeit gar nicht so einfach ist. Damit die Stiftshütte gebaut werden kann, müssen möglichst viele ihre Gaben einbringen, es geht gar nicht anders – von nichts kommt nichts. Da ist durchaus ein gewisser Druck da – es ist schließlich das Gebot des heiligen Gottes, dass das Heiligtum so gebaut wird, wie er es befohlen hat. Zugleich wird jedoch die Freiwilligkeit betont. Jeder soll nur das geben, was er freiwillig gibt.

Das ist bis heute in jeder Gemeinde oder christlichen Gemeinschaft dasselbe: Wir sind darauf angewiesen, dass möglichst viele sich einbringen. Wenn sich jeder nur zurück lehnt und den anderen machen lässt, dann wird daraus nichts. Zugleich betonen auch wir heute immer wieder, dass alles freiwillig geschehen soll. Das steht in einer gewissen Spannung.

Man kann nun unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Manche möchten den Druck erhöhen, damit auch wirklich was passiert, damit wir den Ansprüchen Gottes gerecht werden. Ich selbst tendiere lieber zur anderen Seite: lieber weniger tun, als etwas zu erzwingen und nur mit schlechtem Gewissen zu tun. Der Sinn dieses Bibelabschnittes liegt ja gerade darin zu betonen, dass auf dieser Freiwilligkeit ein besonderer Segen liegt. Wenn allerdings nichts von freiwilligen Gaben zu sehen ist, dann muss sich eine Gemeinschaft fragen, ob nicht an anderer Stelle etwas im Glauben schief läuft…

| Bibeltext |

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