Exodus 33, 7-23 Gottes Herrlichkeit sehen

Für mich einer der schönsten und geheimnisvollsten Abschnitte des Alten Testaments. Zunächst wird berichtet, dass Gott mit Mose von Angesicht zu Angesicht geredet hat, „wie ein Mann mit seinem Freunde redet“ (V.11). So direkt und vertraut, wie ich mit einem guten Freund reden kann, hat Gott mit Mose geredet.

Die Formulierung „von Angesicht zu Angesicht“ bedeutet nicht, dass Mose Gott sehen konnte, sie betont vor allem den vertrauten Umgang. Das wird auch in den folgenden Versen deutlich. Denn hier wird beschrieben, wie Mose ein großes Verlangen danach hat, Gottes Herrlichkeit zu sehen. Gott antwortet darauf ausdrücklich: „Mein Angesicht kannst du nicht sehen; denn kein Mensch wird leben, der mich sieht.“ (V.20) Nicht einmal Mose kann es ertragen, Gott in seiner Herrlichkeit zu sehen. Gottes Lichtglanz ist unendlich stärker und strahlender als die Sonne, die ja nur ein Geschöpf ist. Wenn wir nicht einmal die Sonne direkt anschauen können, dann kann man sich vorstellen wie es ist, wenn wir vor Gottes Herrlichkeit stehen!

Das Wunderbare an dieser Stelle ist, dass Gott die Bitte nicht einfach abtut, sondern dass er dem Mose das Äußerste gewährt, was ein Mensch gerade noch ertragen kann: Gott stellt Mose in eine schützende Felsspalte, hält seine Hand über ihn und dann darf Mose hinter Gott hersehen (V.23). Mose bekommt nur den Abglanz, die Rückseite von Gottes Herrlichkeit zu sehen – aber schon das ist eine außergewöhnliche Ehre und sehr gefährlich!

In welchem Licht leuchten da manche neutestamentliche Verheißungen auf! Wer zu Jesus gehört, dem wird einmal Gott persönlich alle Tränen abwischen (Offb. 21,4) und der wird im ewigen Lichtglanz Gottes sein Angesicht sehen (Offb. 22,3-5)! Genial!

| Bibeltext |

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