Exodus 32, 7-14 Mit Gott gegen Gott

Martin Luther hat einmal davon gesprochen, dass es Situationen geben kann, in denen man zu Gott gegen Gott fliehen muss („ad deum contra deum confugere“, WA 5, 204, 26f). Damit ist gemeint, dass eine Gotteserfahrung gegen eine andere spricht. Dann kann es sein, dass man mit Gott gegen Gott kämpfen muss.

Diese Stelle bei Mose ist ein gutes Beispiel für solch eine Situation. Weil sich das Volk so schnell von ihm abgewendet hat, will Gott es vernichten (V.10). Aber Mose „überredet“ Gott, anders zu handeln. Er ringt mit Gott und hält Gott seine eigene Aussagen vor Augen. Er argumentiert einerseits mit der Außenwirkung: da befreit Gott sein Volk aus Ägypten und wenig später lässt er sie alle in der Wüste umkommen? Was gibt denn das für ein Bild von Gott ab? (V.12) Zum anderen hält er Gott seine eigene Verheißung vor Augen, dass er Abrahams Nachkommen zu einem großen Volk machen will (V.13).

Mose flieht vor dem Zorn Gottes zum gnädigen Gott, wie er sich in der Geschichte und in seinen Verheißungen offenbart hat. Er argumentiert mit Gott gegen Gott. Auch heute noch machen wir manchmal unterschiedliche Gotteserfahrungen, die wir nicht unter einen Hut bringen. Dann dürfen wir fliehen zum gnädigen Gott, der sich in Jesus Christus offenbart hat. Wir dürfen Gott (und uns selbst) an Gottes Verheißungen erinnern.

| Bibeltext |

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