Exodus 32, 1-6 Wenn’s mal wieder länger dauert

Nach dem Höhenflug mit der endlosen Beschreibung des herrlichen und kunstvoll gestalteten Wüstenheiligtum kommt jetzt ein um so tieferer Fall. Die Zeit, die Mose auf dem Berg verbracht hat, hat sich wohl etwas in die Länge gezogen. Die Israeliten wurden unruhig und nervös. „Was ist mit Mose passiert? Wo bleibt er? Wie lange sollen wir noch warten?“ Und so haben sie beschlossen die Sache mit Gott selbst in die Hand zu nehmen: Sie haben sich ein goldenes Stierbild gemacht und haben kurzerhand diesen Stier als Gott angebetet, anstatt auf den unsichtbaren Gott zu vertrauen.

Unverständlich? Nicht nachvollziehbar? Naja, auch ich hab schon tolle Dinge mit Gott erlebt und trotzdem: Wenn’s mal wieder länger dauert oder wenn mir dieser unsichtbare Gott zu unbegreiflich wird, dann kratzt das auch an meinem Vertrauen. Ich mach mir dann kein Stierbild, aber mir werden vielleicht andere Dinge wichtiger als Gott.

Aber damals wie heute bleibt Gott sich treu. Er ist kein Gott, den wir nach unseren Wünschen und Zeitplänen zurecht biegen können. Er ist und bleibt anders, größer, herrlicher, heiliger als wir uns das vorstellen können. Und das ist ja auch gut so, denn sonst wäre er nicht Gott, sondern ein selbstgemachter Götze. Gerade als dieser unbegreiflich andere und unsichtbare Gott wirbt er immer wieder neu um unser Vertrauen – auch wenn’s mal wieder länger dauert.

| Bibeltext |

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