Exodus 3, 6-12 Gott handelt

Sehr schön wird an dieser Stelle wieder das Ineinander von göttlichem und menschlichem Handeln deutlich. Einerseits sagt Gott von sich: „Ich bin herniedergefahren, dass ich sie errette aus der Ägypter Hand und sie herausführe aus diesem Lande.“ (V.8) Und andererseits überträgt er genau diese Aufgabe an Mose: „So geh nun hin, ich will dich zum Pharao senden, damit du mein Volk, die Israeliten, aus Ägypten führst.“

Damit Gottes Wille geschieht ist beides wichtig: dass Gott handelt und dass der Mensch handelt. Mose hat ja schon vorher gehandelt und auf eigene Faust versucht, ausgleichende Gerechtigkeit walten zu lassen (er schlug einen ägyptischen Mörder zu Tode; Ex.2,11f), aber das ging irgendwie in die Hose. Wahrscheinlich, weil hier nur der Mensch gehandelt hat. Wenn menschliches Handeln aufgrund von göttlichem Auftrag geschieht, dann sieht die Sache anders aus.

Könnte nun Gott auf der anderen Seite ohne menschliches Handeln nichts tun? Braucht Gott menschliches Handeln, um in diese Welt eingreifen zu können? Ich bin davon überzeugt, dass er uns dazu nicht braucht. Er ist Gott, er kann tun und lassen was er will. Aber wenn wir die Bibel lesen, dann stellen wir fest, dass er es offensichtlich nicht will. Gott will die Israeliten nicht durch ein gigantisches übernatürliches Wunder aus der Gefangenschaft befreien, sondern er will den Mose dafür gebrauchen. Gott scheint nicht am Menschen vorbei handeln zu wollen, sondern durch ihn hindurch. Was will er wohl durch mich und dich hindurch tun?

| Bibeltext |

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2 Gedanken zu „Exodus 3, 6-12 Gott handelt“

  1. Sehr gute Beobachtung.
    Manches kann Gott, aber er will es nicht.
    Er könnte lügen, stehlen, Versprechen nicht halten,( Könnte er es wirklich??? 🙂 ) aber er will es nicht.
    Es ist also nicht die Frage was Gott kann, sondern was er will.

    Helmut

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