Exodus 22 Was soll die Erbsenzählerei?!

Schon seltsam: eigentlich sollte man ja meinen, dass das Gebot „Du sollst nicht stehlen!“ alles geklärt ist. Jetzt in diesem Kapitel folgen einige Bestimmungen, wie man mit Diebstahl umgehen soll. In welchem Fall muss der Dieb wie viel ersetzen, was geschieht wenn er es nicht ersetzen kann, was geschieht, wenn er beim Diebstahl erwischt wird und verletzt wird (und dabei wird noch unterschieden ob es dabei Tag oder Nacht ist!)…

Was soll die ganze Erbsenzählerei?! Die Sache ist doch klar! Du sollst nicht stehlen! Fertig! Aus! Da gibt es eigentlich nichts zu erklären und da muss man sich eigentlich keine Gedanken über alle möglichen Eventualitäten und Umstände machen. Die Bibel tut es aber!

Ich glaube es ist beides auch nötig: Das klare, einfache und unmissverständliche Gebot: „Du sollst nicht stehlen!“ (In der Theologie: apodiktisches Recht) Aber auch der realistische Blick auf unser Miteinander: Es wird eben doch gestohlen! Wie gehen wir dann konkret mit unserem Versagen um? (in der Theologie: kasuistisches Recht) Bei manchen Christen begegnet einem nur diese absolute und simple Forderung: Du sollst! Jegliche Ausdifferenzierung wird schon als Ungehorsam verschrieen! Bei anderen findet man das andere Extrem: da wird vor lauter Ausdifferenzierung der Wille Gottes gar nicht mehr deutlich. Wie so oft: Beides ist wichtig und wir dürfen das eine nicht gegen das andere ausspielen.

| Bibeltext |

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