Exodus 10 Gekränkter Egoismus

Irgendwie kann ich den Pharao auch ein Stück weit verstehen. Mose hat ihm von Anfang an eine Lüge aufgetischt: Er hat gesagt sie wollen in der Wüste ein Opferfest feiern – dabei hatten sie vor mit Sack und Pack aus Ägypten zu fliehen. Der Pharao war zurecht von Anfang an misstrauisch. In diesem Kapitel stellt sich nun heraus, dass sein Misstrauen zu Recht bestand.

Es wird deutlich, dass nicht nur die Männer in die Wüste wollen, um dort zu opfern, sondern dass auch die Frauen und Kinder mitkommen sollen. Im ganzen Alten Orient war das Opfern aber eine Angelegenheit der Männer (vgl. z.B. 2.Mo.23,17). Und Mose will auch nicht nur ein paar einzelne Opfertiere mitnehmen, sondern den gesamten Viehbestand (V.26). Ein Schelm, wer Böses dabei denkt? Der Pharao hat den Braten ganz richtig gerochen, er wollte sich nicht so einfach überlisten lassen. Wobei im Nachhinein gesehen das Nachgeben wohl schlauer gewesen wäre. Er hat die Wahrheit erahnt, er hat auch eine Ahnung von der Macht Gottes gehabt, aber er hat dann aus gekränktem Egoismus heraus die falschen Schlüsse gezogen.

| Bibeltext |

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4 Gedanken zu „Exodus 10 Gekränkter Egoismus“

  1. Bin mir nicht so sicher ob es wirklich eine so klare Lüge gewesen ist. Angenommen Phari hätte Mose gleich nachgegeben und das Volk hätte zum opfern in die Wüste gedurft, dann hätte es sein können Mose wäre, wegen seinem Wort bzw weil er kein Lügner sein wollte wieder zurückgekommen.
    Daraus wäre auch das ganze Miteinander der zwei Völker anders abgelaufen, es hätte mehr Verständnis durch Zugeständnisse gegeben. Aber wir können wohl auch klar sagen das Gottes Plan ein anderer war, er wollte sein Volk nicht nur halb befreien sondern ganz frei haben, bzw ganz für sich /bei sich haben.

    1. Okay, „Lüge“ ist vielleicht etwas übertrieben. Vor ein paar Tagen hab ich denselben Sachverhalt als „Halbwahrheit“ bezeichnet (http://windhauch.net/exodus-3-16-22-warum-nicht-eine-elegantere-loesung/). Gottes Absicht war von Anfang an, Israel zu befreien, Mose soll dem Pharao aber nur was von einem Opferfest in der Wüste erzählen.
      Ich glaub kaum, dass Mose zurück gekehrt wäre, nur um nicht als Lügner da zu stehen, denn dann wäre er Gott ungehorsam gewesen.

      1. Ok wird dann etwas Frommes-Was-Wäre-Wenn 🙂
        Gott wusste ja eh was dabei raus kommt, wo bei ich schon denke das Mose eine Wahl gehabt hätte noch mal zurück zu kommen um eben kein Lügner zu sein. Aus Gottes Sicht stand aber zu dem Zeitpunkt nicht die Prüfung Mose auf dem Tagesplan.
        Danke auf jedem Fall für deine Gedanken dazu.

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