Erwin Raphael McManus: Go wild!

Ein inspirierendes kleines Buch! Auf 100 Seiten beschreibt McManus seine Vision von einem wilden Christsein. Ein Christsein, das nicht von gutbürgerlicher Vorsicht und Zurückhaltung geprägt ist, sondern das sich mehr an wilden und verrückten Gottesmännern und -frauen der Bibel orientiert (wie z.B. Johannes der Täufer, der in der Wüste lebte, einen Mantel aus Kamelhaar trug und Heuschrecken aß). McManus berichtet viel von eigenen Erfahrungen und wie er andere dazu anstachelt, ein mutigeres Leben als Nachfolger Jesu zu führen. Das macht das Buch anschaulich und bewegend.

Aus mir wird durch dieses Buch sicher kein wilder Christ, zumindest nicht so extrem, wie sich das bei McManus anhört. Ich glaube, da steckt einfach sehr viel von seinem risikofreudigen und wilden Charakter mit in dem Buch. Ich hab einen anderen Charakter und kann das nicht auf diese extreme Weise leben. Aber das Buch gibt mir doch Anstöße, mich mehr aus meiner Sicherheitszone herauszuwagen und mehr zu riskieren.

Es gab ja auch zu Jesu Zeiten schon ganz unterschiedliche Jünger und Jüngerinnen. Da gab es nicht nur die wilden und verrückten, sondern auch schon die vorsichtigen und überlegten. Da gab es nicht nur diejenigen, die mit Jesus predigend und heilend durch die Lande gezogen sind, sondern auch diejenigen, die zu Hause blieben und Jesus auf andere Weise unterstützt haben. Und das ist ja auch okay so.

Ein Abschnitt hat mich besonders angesprochen. McManus schreibt über die Glaubenshelden aus Hebr. 11. Da gab es viele, die Zeichen und Wunder mit Gott erlebt haben, die aus der Löwengrube befreit wurden, die der Schärfe des Schwerts entkommen sind und die Gott einfach wunderbar geführt hat. Aber: „Andere haben Spott und Geißelung erlitten, dazu Fesseln und Gefängnis. Sie sind gesteinigt, zersägt, durchs Schwert getötet worden.“ (Hebr. 11,36f)

McManus wehrt sich zurecht gegen den Irrglauben, dass einem Christen nichts Schlimmes passieren kann, dass Gott die Seinen immer durch Zeichen und Wunder aus schwierigen Situationen heraus rettet. Er sagt, dass es im Gegenteil so ist, dass diese wunderbare Rettung die Ausnahme ist. Gott will uns nicht in Watte packen und dafür sorgen, dass wir nicht den kleinsten Kratzer bekommen. Nein, er schickt uns mitten hinein in das Schlachtfeld dieser Welt und will, dass wir trotz aller Risiken und Verletzungen für ihn kämpfen.

Warum will heute jeder nur von Jesus geheilt werden und ein erfülltes, zufriedenes und glückliches Leben von Jesus geschenkt bekommen? Warum sind so wenige bereit, für die Sache Jesu auch zu leiden und im Extremfall, sogar zu sterben?

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