Eric-Emmanuel Schmitt: Vom Sumo, der nicht dick werden konnte

Ja, ganz nett. Aber insgesamt doch etwas platt und konstruiert. Es geht um einen japanischen Jungen, der eine unglückliche Kindheit hinter sich hat und auf den Straßen Tokios irgendwelchen Plunder verkauft. Man merkt, dass Schmitt mit dem aggressiven Ton der Straße und der Jugend nicht vertraut ist, die Dialoge klingen etwas bemüht und unnatürlich.

Natürlich kommt für den armen kleinen Jungen die Rettung: sie kommt in Gestalt eines alten Sumo-Ringers, der inzwischen eine Schule für Sumo-Ringer betreibt. Er überzeugt den Jungen in seine Schule zu kommen und nach ein paar Hindernissen wird am Ende alles gut. Das Problem des Jungen ist, dass er nicht zunehmen kann – was er aber unbedingt muss, um ein richtiger Sumo-Kämpfer zu werden. Das eigentliche Problem liegt aber hinter dem körperlichen Bereich im psychischen: der Junge hat sich selbst nicht gefunden und keinen Zugang zu seinen Gefühlen. Diesen Zugang findet er durch Gespräche mit seinem Lehrer und durch den Zen-Buddhismus.

Ein nettes Büchlein für zwischendurch. Aber auf den groß bedruckten gut hundert Seiten darf man keine großartigen Erkenntnisse über den Zen-Buddhismus erwarten und auch keine detaillierte Beschreibung der inneren Entwicklung vom hoffnungslosen Straßenverkäufer zum glücklichen und ausgeglichenen Mann. Was ich allerdings nach wie vor Klasse finde, ist der Titel des Buches und die Grundidee, die dahinter steht.

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