Epheser 6, 18-24 Der Kairos des Gebets

Beim Lesen dieser Verse bin ich in V.18 an den zwei Wörtern „allezeit“ und „wacht“ hängen geblieben. Wie soll man das verstehen? Allezeit beten und wachen?! Wortwörtlich kann es ja nicht so gemeint sein, denn wer dauernd wacht, der überlebt das nicht lange. Schlafentzug ist eine Foltermethode! Aber wie ist es dann zu verstehen?

Ich hab mir das Griechische angeschaut und interessantes herausgefunden. Die Zeit von der Paulus hier spricht ist der Kairos. Im Griechischen gibt es zwei unterschiedliche Bezeichnungen für Zeit: Chronos ist der regelmäßige, gleichmäßige Ablauf der Zeit (also eher linear) und Kairos ist der richtige, günstige Zeitpunkt (also eher punktuell). Paulus spricht also davon, zu jedem Zeitpunkt zu beten. Das meint nicht das ständige unaufhörliche Gebet, sondern das Gebet zu jedem günstigen Zeitpunkt.

„Wachen“ kann einerseits ganz wörtlich das wach bleiben meinen. Es kann im Griechischen aber auch übertragen verwendet werden: auf etwas achten. Diese übertragene Bedeutung macht an dieser Stelle mehr Sinn: Wir sollen nicht achtlos vor uns hin beten, sondern dabei „wach sein“. Wir sollten gerade im beharrlichen Gebet auf das achten, was wir beten und nicht nur vor uns hin plappern. In diesem Sinne: Verpasst nicht den Kairos zum Gebet und betet achtsam!

| Bibeltext |

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