Epheser 1, 11-14 Ich gehöre IHM

Dieser Abschnitt Eph. 1,3-14 steckt ja voller Stichwörter, aus denen später weitreichende theologischen Lehren gebildet wurden. Nach der Prädestination und der Allversöhnung begegnet uns heute die Versiegelung mit dem Heiligen Geist (V.13). Auch hier gilt: Paulus will in diesem Abschnitt Gott loben und ihn groß machen. Er will nicht in erster Linie theologische Dogmen aufstellen. Man darf diese Formulierungen also nicht überinterpretieren und mehr reinlegen, als Paulus beabsichtigt hat (die Neuapostolische Kirche hat aus dieser Formulierung ja ein richtiges Lehrgebäude und ein für sie wichtiges Sakrament heraus gelesen).

Aber auf der anderen Seite hat Paulus diesen Begriff verwendet (auch in Eph. 4,30 und 2. Kor. 1,21-22) und er hat sich sicherlich was dabei gedacht. Ein Siegel war in der damaligen Welt v.a. ein Zeichen für den Besitzanspruch und für den Schutz von etwas. Ein Siegel besagt, dass der versiegelte Gegenstand dem Siegelbesitzer gehört und dient als Schutz vor unberechtigtem öffnen. In dieser Weise sieht Paulus den Heiligen Geist als Zeichen von Gottes Eigentumsrecht auf uns und als Schutz.

Darüber zu spekulieren, wie er sich konkret den Vorgang der Versiegelung vorstellt, ist meines Erachtens müßig und überflüssig. Hier an der Stelle wird nur deutlich, dass er davon ausgeht, dass die Christen in Ephesus mit dem Heiligen Geist versiegelt wurden als sie gläubig wurden. Nicht mehr, aber auch nicht weniger! Ich finde das eine geniale und tröstliche Vorstellung: Als jemand, der auf Christus vertraut, trage ich Gottes Siegel, ich gehöre ihm und wer dieses Siegel aufbrechen will, der bekommt es mit dem Herrn und Schöpfer dieser Welt zu tun.

| Bibeltext |

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