Epeheser 1, 1-2 Grüß Gott!

Ein ganz normaler Briefanfang, so wie er damals üblich war: Absender und Empfänger werden genannt und dann kommt ein Gruß: „Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus.“ (V.2) Viele Briefe im Neuen Testament beginnen mit diesem Gruß (oder leicht abgewandelt). Das scheint ein gebräuchlicher Gruß unter Christen gewesen zu sein.

Mich fasziniert, was darin betont wird: Gnade und Friede. Das sind zwei zentrale Dinge, die wichtig für uns sind. Beide sind für Paulus mit Gott verbunden: Gott gibt die Gnade und den Frieden, den wir brauchen. Das können wir uns nicht selbst schenken, das können wir nicht selbst herstellen. Aber wir können es uns gegenseitig zusprechen und wünschen.

Solch ein gebräuchlicher Gruß kann schnell verflachen. Man sagt bzw. schreibt ihn so dahin und denkt gar nicht mehr an seine Bedeutung. Bei uns im Schwabenländle begrüßen sich die Leute noch immer häufig mit „Grüß Gott“. Kaum einer weiß noch, was hinter diesem Gruß steht und mancher Norddeutsche ist versucht darauf zu antworten: „Ja, wenn ich ihn das nächste mal seh’…“. Die ursprüngliche Bedeutung ist aber: „Sei gegrüßt von Gott!“ Und vom lateinisch-römischen Sprachgebrauch her kann „grüßen“ auch segnen bedeuten. Also: „Grüß Gott“ heißt nichts anderes als „Sei von Gott gesegnet!“

Ich bin mir sicher, dass Paulus seinen Segensgruß nicht nur so dahin geschrieben hat, weil es halt so üblich war, sondern dass er es ganz bewusst so gemeint hat. Wenn ich in Zukunft durch die Straßen gehe und die Leute mit „Grüß Gott“ begrüße, dann werd ich innerlich lächeln dabei und mich freuen, dass ich dabei all die Leute segnen darf… 😉 In diesem Sinn also an alle Leser: „Grüß Gott! Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus!“

| Bibeltext |

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