Daniel 7, 16-28 Das letzte Wort

Daniel lässt sich von einem Engel noch während seiner Vision, die Bedeutung seiner Vision erklären. Aber auch diese Deutung lässt noch vieles offen. Das ist wohl bewusst so, denn solche göttlichen Visionen sollen keinen Zukunfstfahrplan festlegen, sondern sie sind offen genug, um die eigenen Erfahrungen und die eigene Zeit im Licht dieser Vision zu deuten.

Was immer wieder auffällig bei solch apokalyptischen Texten ist: Gott lässt zu, dass das Böse eine Zeit lang die Überhand behält. Hier wird in V.7 gesagt, dass ein widergöttlicher Herrscher gegen die Heiligen kämpfen wird und den Sieg über sie behält! Aber in V.25 wird diese Zeit der Unterdrückung begrenzt. Danach wird Gott eingreifen und seine Heiligen, also die, die auf ihn vertrauen, erretten. Danach wird es ein Reich geben, das Gott schenkt und das nicht auf eine bestimmte Zeit beschränkt ist, sondern ewig ist.

Für mich entscheidend in diesem Text ist nicht die genaue zeitliche Abfolge und der Versuch, einzelne Ereignisse in unserer Weltgeschichte wieder zu entdecken. Dazu ist der Text zu offen und vieldeutig. Was mir wichtig ist, ist die Gewichtung der Zeitverhältnisse: Das Böse wird von Gott begrenzt, aber Gottes Herrschaft wird unbegrenzt sein. Auch wir machen Leiderfahrungen in unserem Leben. Aber wir dürfen wissen: das Böse wird nicht das letzte Wort haben. Und das dürfen wir nicht erst am Ende der Zeiten erfahren, sondern auch jetzt schon immer wieder: Gott hilft durch schwere Zeiten hindurch, er lässt uns nicht fallen. Er lässt uns auch jetzt schon immer wieder einen Hauch von seinem ewigen Reich schmecken.

| Bibeltext |

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