Daniel 2, 27-49 Die vier Weltreiche

Jeder Text ist bis zu einem gewissen Grad offen für Interpretationen und Deutungen. Für einen Text in dem es um eine prophetische Zukunftsschau geht, gilt das noch stärker. Dementsprechend ist es auch nicht weiter verwunderlich, wenn es zu diesem Text aus Daniel 2 unterschiedliche Deutungen gibt. Es werden vier Weltreiche aufgezählt, die aber letztendlich alle untergehen werden und am Ende wird ein ewiges Reich Gottes aufgerichtet.

Traditionell werden die vier Reiche so zugeordnet: Das erste Reich ist vom Text her klar das babylonische Weltreich. Das zweite Reich wird als das medisch-persische Reich gesehen, das viert ist das griechische Reich unter Alexander dem Großen und das vierte Reich ist das römische Reich. Dazu passt auch, dass das römische Reich am Ende in zwei Teile zerfällt (Ost- und Westreich). Es gibt aber auch andere Zuordnungsmöglichkeiten: Wenn die Reiche von Medien und Persien als eigene Weltreiche gezählt werden, dann ist das vierte Reich das griechische Reich (was nach dem Tod Alexanders auch in verschiedene Teile zerfiel). Aus christlicher Sicht würde dazu zeitlich passen, dass nach dem Ende des griechischen Reiches Jesus von Nazareth geboren wurde und in ihm das ewige Reich Gottes seinen unscheinbaren Anfang genommen hat.

Da kann man jetzt herrlich hin und her argumentieren und sich in Einzelheiten verlieren. Mir ist das letztendlich egal. Und ich denke auch, die biblischen prophetischen Bücher wollen nicht exakte Zukunftsweissagungen sein. Nein, es geht um das große Ganze: Irdische Reiche mit ihren gewaltigen Herrschern und ihrer großen Macht kommen und gehen. Aber Gott bleibt. Er richtet ein Reich auf, das ewig Bestand hat. Das ist das wichtigste.

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