Ein Ziel

Ein schönes Zitat von John Wesley, das mich in den letzten Tagen begleitet hat:

„Einem Ziel sollt ihr bis ans Ende der Zeit nachstreben: euch an Gott zu freuen in Zeit und Ewigkeit.“ (aus dem Gesangbuch der EmK in Deutschland, S. 1193)

John Wesley macht auf mich zumindest oft einen etwas verbissenen Eindruck. Auf der anderen Seite spürt man bei ihm auch Freiheit, Weite und Liebe. Diese zweite Seite wird in diesem Zitat deutlich. Erstaunlich diese Betonung: es geht um das eine, das wesentliche Ziel. Nicht nur für jetzt, sondern in Zeit und Ewigkeit. Und dieses eine Ziel ist nicht der Gehorsam oder die Heiligung, ja nicht einmal die Liebe, sondern die Freude an Gott! Das ist unsere Bestimmung! Jetzt schon – und bis in alle Ewigkeit.

Darüber spricht man nicht

Lese zur Zeit „Noch eine Runde auf dem Karusell“ von Titiano Terzani, einem ehemaligen Spiegel-Korrespondenten. Er ist an Krebs erkrankt und beschreibt in dem Buch seine Suche nach Heilung und Lebenssinn. Er beschäftigt sich intensiv mit Hinudismus und Buddhismus, und setzt sich dabei sehr kritisch mit unserer modernen materialistischen Weltsicht auseinander.

Ein Zitat: „Es ist doch seltsam, dass der moderne Mensch Tausende von Dingen erforscht, studiert, sich aneignet, aber übers Sterben nichts lernen will. Ganz im Gegenteil. Soweit nur irgend möglich, vermeidet er es, über den Tod zu sprechen (es gilt sogar als unschicklich, ähnlich wie früher die Erwähnung sexueller Dinge); er verdrängt ihn einfach, und wenn dann der vorhersehbare, völlig natürliche Zeitpunkt da ist, ist er nicht darauf vorbereitet und leidet entsetzlich, klammert sich ans Leben und leidet gerade darum noch mehr.“ (S. 364)