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Wie ein Windhauch … ein sanftes, stilles Sausen, so ist Gott in meinem Leben. Wie ein windhauch … vergänglich und flüchtig, sind all meine Worte und Gedanken.
— ein blog, der vergeblich versucht, den windhauch Gottes zu fangen —

Kategorie: Kohelet

Kohelet 12, 9-14 Zu provozierend und skeptisch?

In diesem Abschnitt wird deutlich, dass das Buch (zumindest in der Form in der wir es vorliegen haben) von einem Schüler des Predigers herausgegeben wurde (es wird hier in der dritten Person über den Prediger beschrieben). In der Auslegungsgeschichte gab es unzählige Meinungen, wer denn jetzt der “Prediger” war und wann dieser Schüler das Buch [...]

Kohelet 11, 9 – 12, 8 Gezähmter Hedonismus

Da staunt man nicht schlecht, dass man in der Bibel solch hedonistische Formulierungen findet (Hedonismus bezeichnet eine Lebenseinstellung bei der die eigene Lust, das Vergnügen als höchster Wert angesehen wird; kurz gesagt: gut ist, was Spaß macht): “So freue dich, Jüngling, in deiner Jugend und lass dein Herz guter Dinge sein in deinen jungen …

Kohelet 11, 1-8 Befreiendes Stückwerk

Kohelet stutzt wieder einmal unseren menschlichen Größenwahn zusammen. Er schreibt: “So kannst du auch Gottes Tun nicht wissen, der alles wirkt.” (V.5) Auch der klügste Bibelleser und der frommste Geisterfüllte kann Gottes Tun nicht wissen. Gott ist immer noch einmal eine Nummer größer. Unsere menschliche Erkenntnis und unser menschliches Tun (und seien sie noch so [...]

Kohelet 10, 1-20 Tote Fliegen

In diesem Kapitel wird deutlich, dass der Prediger nicht die Weisheit an sich als schlecht oder vergeblich einschätzt, sondern er nur realistisch beobachtet, dass die Weisheit in der irdischen Welt oft nicht zur Geltung kommt. Trotz aller Kritik an traditionellen Weisheitslehren der Bibel hält Kohelet daran fest: “Weisheit bringt Vorteil und Gewinn.” (V.10) Vgl. auch: [...]

Kohelet 9, 11-18 Lohnt sich Weisheit?

Bei diesem Abschnitt ist es gut, verschiedene Übersetzungen zu vergleichen. In V.11 stellt Kohelet die Frage, ob sich die Bemühungen und Begabungen des Menschen lohnen, oder ob das Glück nur Zufall ist. Kurz gesagt: Lohnt sich Leistung oder ist alles nur Glückssache? In einer leistungsorientierten Gesellschaft wie unseren ja durchaus eine aktuelle und interessante Frage. [...]

Kohelet 9, 1-10 Christus gegen die Schrift

Die Bibel ist Wort Gottes. Hier reden nicht Menschen, sondern Gott. Auch das Buch Kohelet ist ein Teil dieses Wortes Gottes… Wir müssen aber alle Aussagen der Bibel auch in ihrem Gesamtzusammenhang der Schrift lesen. Und manchmal müssen wir feststellen, dass die Bibel sich auch selbst korrigiert. Martin Luther hat davon gesprochen, dass es eine [...]

Kohelet 8, 1-17 Radikaler Realismus

Kohelet ist radikal nüchtern und realistisch. Er schaut sich auf der Welt um und sieht: “Es gibt Gerechte, denen geht es, als hätten sie Werke der Gottlosen getan, und es gibt Gottlose, denen geht es, als hätten sie Werke der Gerechten getan.” (V.14) Das ist selbst einem nüchtern Menschen wie mir zu extrem. Natürlich hat [...]

Kohelet 7, 15-29 Die Weisheit mit Löffeln gefressen

Die traditionelle Weisheit sagt: Lebe gerecht und du wirst dafür gesegnet werden. In der Theologie wird das als Tun-Ergehen-Zusammenhang bezeichnet. Wer Gutes tut, dem wird auch Gutes widerfahren. Kohelet rät aber zur Vorsicht mit dieser simplen Aussage. Er macht die Augen auf und sieht: “Da ist ein Gerechter, der geht zugrunde in seiner Gerechtigkeit, und [...]

Kohelet 7, 1-14 Einerseits und Andererseits

Es ist gar nicht so einfach den Prediger richtig zu verstehen. Er setzt sich immer wieder mit traditioneller Weisheit auseinander, d.h. er zitiert bekannte Sprüche oder gibt sie in abgewandelter Form wieder. Dann nimmt er oft auch kritisch dazu Stellung. Schwierig ist nun: Was ist Zitat und was ist seine eigene Meinung? Damals gab es [...]

Kohelet 6, 1-12 Düster, düster!

Kohelet spricht von Reichtum, Kindersegen und einem langen Leben. Nach der damaligen Vorstellung war all dies ein deutliches Zeichen für ein gesegnetes Leben. Aber er stellt fest: All das bringt auch nichts, wenn man dabei nicht glücklich ist, wenn Gott es nicht schenkt, dass man es genießen kann. Was ist die Konsequenz? Es lohnt sich [...]

Kohelet 5, 9-19 Körnchen des Glücks

“Wer Geld liebt, wird vom Geld niemals satt, und wer Reichtum liebt, wird keinen Nutzen davon haben.” (V.9) Zack! Das sitzt! Recht hat er! Und wie! Bis heute! Mehr denn je! Das Gute bei Kohelet ist, dass er nicht einfach ein Polemisierer ist, der mit extremen, vereinfachenden und platten Positionen alles niedermäht. Er sagt nämlich [...]

Kohelet 4, 17 – 5, 6 Höre!

Um was geht es im Gottesdienst? Schon damals, zur Zeit des Predigers, gab es offensichtlich Leute, die sich vor allem selbst darstellen wollten (indem sie viele Worte beim Gebet machten – nach dem Motto: “Seht her wie fromm ich bin!”) oder die ihr religiöses Gewissen mit Opfergaben beruhigen wollten (die Glaube also nicht als Herzenssache [...]

Kohelet 4, 13-16 Der Traum vom Star

Je nach Übersetzung ein gar nicht so einfach zu verstehender Abschnitt. Es geht um hypothetische Überlegungen zu Weisheit, Erfolg und Volksgunst. Grundsätzlich wird festgestellt, dass es besser ist arm und weise zu sein, statt mächtig, reich und töricht. Nun wird der Gedanke aber weiter gesponnen. Selbst wenn ein armer, aber weiser Mann König wird und [...]

Kohelet 4, 9-12 Keiner da?!

Gemeinschaft ist anstrengend. Und oft genug nervt Gemeinschaft auch richtig. Man versteht sich nicht richtig, die Macken des anderen öden einen an, man will seine Ruhe haben, der andere denkt ganz anders als ich, man muss sich selbst ein Stück weit zurück nehmen, man kann nicht tun und lassen was man will, man muss Rücksicht [...]

Kohelet 4, 4-8 Eine Hand voll mit Ruhe

Hach… brillant und erschreckend aktuell: “Da ist nur Eifersucht des einen auf den anderen… Besser eine Hand voll mit Ruhe als beide Fäuste voll mit Mühe.” (V.4.6) Dieser eifersüchtige Blick auf das neue Handy des anderen, diese Gier nach mehr Kohle und Ansehen, dieses verkrampfte Ballen der Fäuste, beim Versuch möglichst viel an sich zu [...]

Kohelet 4, 1-3 Zu Tode betrübt

Wieder mal unglaublich, welch dunkle und pessimistische Töne der Prediger hier anschlägt. Sind das nur die übertriebenen, schwarzmalerischen Gedanken eines deprimierten Gläubigen? Oder ist das eine nüchterne und wahre Analyse unserer Welt? Der Prediger sagt: Wenn man das Böse auf der Welt sieht, dann wäre es eigentlich besser, man wäre nie geboren worden. Angesichts des [...]

Kohelet 3, 16-24 Diesseitiger Glaube

Das Alte Testament kennt in weiten Teilen keine Auferstehungshoffnung. Was zählt ist das irdische Leben und Gottes Wirken im Hier und Jetzt. Das wird auch an diesem Text deutlich. Das macht ja auch etwas von dem etwas pessimistischen Grundcharakter des Kohelet aus: Dem Menschen geht es nicht besser wie dem Vieh – irgendwann sterben alle. [...]

Kohelet 3, 9-15 Spaßgesellschaft?!

Gar nicht so leicht zu verstehen, was der Prediger eigentlich sagen will. Aber ich glaube, es geht in folgende Richtung: Versuche nicht die großen Dinge und Zusammenhänge zu verstehen. Dafür ist Gott zuständig. Auch wenn wir das manchmal nicht kapieren und durchschauen, wird er dafür sorgen, dass alles zur richtigen Zeit passiert (V.11: Er hat [...]

Kohelet 3, 1-8 Alles hat seine Zeit

Der wohl bekannteste Abschnitt aus Kohelet. Ein Text, der nicht nur Christen anspricht, sondern auch andere Menschen. Denn es geht um eine menschliche Grunderfahrung: Wir haben die Zeit nicht in unseren Händen. Trotz aller Terminplanung und allem Zeit-Management – wir machen immer wieder die Erfahrung, dass wir nicht Herr über die Zeit sind. Das Wesentliche [...]

Kohelet 2, 24-26 Ein Hoffnungsschimmer

Na endlich mal was Positives! “Ist’s nun nicht besser für den Menschen, daß er esse und trinke und seine Seele guter Dinge sei bei seinem Mühen?” (V.24) Ja klar, das hört sich doch gut an! Allerdings schränkt der Prediger gleich wieder ein: Auch das ist nichts, was wir uns erarbeiten können, was wir irgendwie “machen” [...]