Header

Wie ein Windhauch … ein sanftes, stilles Sausen, so ist Gott in meinem Leben. Wie ein windhauch … vergänglich und flüchtig, sind all meine Worte und Gedanken.
— ein blog, der vergeblich versucht, den windhauch Gottes zu fangen —

Kategorie: Bibel

Kohelet 3, 16-24 Diesseitiger Glaube

Das Alte Testament kennt in weiten Teilen keine Auferstehungshoffnung. Was zählt ist das irdische Leben und Gottes Wirken im Hier und Jetzt. Das wird auch an diesem Text deutlich. Das macht ja auch etwas von dem etwas pessimistischen Grundcharakter des Kohelet aus: Dem Menschen geht es nicht besser wie dem Vieh – irgendwann sterben alle. [...]

Kohelet 3, 9-15 Spaßgesellschaft?!

Gar nicht so leicht zu verstehen, was der Prediger eigentlich sagen will. Aber ich glaube, es geht in folgende Richtung: Versuche nicht die großen Dinge und Zusammenhänge zu verstehen. Dafür ist Gott zuständig. Auch wenn wir das manchmal nicht kapieren und durchschauen, wird er dafür sorgen, dass alles zur richtigen Zeit passiert (V.11: Er hat [...]

Kohelet 3, 1-8 Alles hat seine Zeit

Der wohl bekannteste Abschnitt aus Kohelet. Ein Text, der nicht nur Christen anspricht, sondern auch andere Menschen. Denn es geht um eine menschliche Grunderfahrung: Wir haben die Zeit nicht in unseren Händen. Trotz aller Terminplanung und allem Zeit-Management – wir machen immer wieder die Erfahrung, dass wir nicht Herr über die Zeit sind. Das Wesentliche [...]

Kohelet 2, 24-26 Ein Hoffnungsschimmer

Na endlich mal was Positives! “Ist’s nun nicht besser für den Menschen, daß er esse und trinke und seine Seele guter Dinge sei bei seinem Mühen?” (V.24) Ja klar, das hört sich doch gut an! Allerdings schränkt der Prediger gleich wieder ein: Auch das ist nichts, was wir uns erarbeiten können, was wir irgendwie “machen” [...]

Kohelet 2, 12-23 Düstere Gedanken

Jetzt wird’s so langsam deprimierend: Nachdem der Prediger festgestellt hat, dass Geld und Macht nicht glücklich macht, wendet er sich nun der Weisheit zu. Er stellt zwar fest, dass Weisheit besser ist als Torheit (V.13), aber letztendlich bringt auch die Weisheit nichts Bleibendes. “Darum verdross es mich zu leben, denn es war mir zuwider, was [...]

Kohelet 2, 1-11 Die große Konsumlüge

Bibeltext

Wir sind nicht wirklich schlauer geworden. Schon vor tausenden von Jahren hat der Prediger festgestellt, dass Reichtum nicht glücklich macht. Großartige Immobilien und weitläufige Grundstücke, ein Heer von Dienern und Wellnessassistenten, Kohle bis zum Abwinken, Wein, Weib und Gesang,… all das stellt vielleicht für einen kurzen Augenblick Befriedigung her – macht aber letztendlich auch nicht [...]

Kohelet 1, 12-18 Weisheit macht unglücklich

Bibeltext

Alles ist eitel [häbäl: vergänglicher Hauch/Windhauch/Nichtigkeit] und Haschen nach Wind (V.14). Ja sogar die Weisheit – also das Streben nach Einsicht in die göttliche Ordnung der Welt – ist ein Haschen nach Wind (V.17b). Viel Weisheit bringt nicht mehr Glück, sondern mehr Leiden (V.18). Die Stuttgarter Erklärungsbibel schreibt dazu: “Bei aller Weisheit wird der Mensch [...]

Kohelet 1, 1-11 Alles ist Windhauch!

Bibeltext

Ich liebe die Vielfalt der Bibel. Sie ist kein durch systematisiertes dogmatisches Lehrbuch, sondern sie ist in ihrer Vielfalt und Unterschiedlichkeit ein “Lebensbuch”, das der Vielfalt und Unterschiedlichkeit des Lebens entspricht. Das Buch Kohelet unterscheidet sich deutlich von vielen anderen biblischen Büchern  (Kohelet ist die hebräische Bezeichnung, sie wird im Deutschen üblicherweise mit “Prediger” wieder [...]

Philipper 4, 14-23 Glaube und Geld

Bibeltext

Die Gemeinde in Philippi hat Paulus mit einer Spende unterstützt. Das hat sie wohl vorher auch schon zwei mal getan (V.16). Paulus freut sich darüber. Es ist ihm nicht peinlich, dass er jetzt Überfluss und Fülle hat (V.18), sondern er genießt es. Dabei geht es ihm nicht nur um sich, sondern er sieht die Gabe [...]

Philipper 4, 10-13 Mangel und Überfluss

Bibeltext

Paulus hat gelernt mit Mangel umzugehen. Er hat gelernt, dass Christsein nicht immer automatisch bedeutet satt, reich und zufrieden zu sein. Er lehrt also kein Wohlstandsevangelium. Aber das Gute ist, dass er auch nicht ins andere Extrem verfällt und ein asketisches Christentum lehrt, bei dem man nur wahrer Christ ist, wenn man alles den Armen [...]

Philipper 4, 8-9 Menschliche Moral

Bibeltext

Das mag ich bei Paulus: dass er trotz aller Radikalität und theologischer Schärfe dennoch differenziert bleibt und nicht in plattes schwarz-weiß-Denken verfällt. In Kap. 3 tut Paulus ja all seine frühere pharisäische Frömmigkeit als “Dreck” ab (3,8). Damit wendet er sich gegen alle menschliche Religion die versucht, sich selbst zu erlösen anstatt auf die Gnade [...]

Philipper 4, 4-7 Freude auf Knopfdruck?

Bibeltext

Irgendwie scheint die Bibel ein anderes Verständnis von Gefühlen zu haben als wir heute. In dem Text werden wir dazu aufgefordert, uns zu freuen und uns keine Sorgen zu machen. In vergleichbarer Weise fordert uns Jesus zur Liebe auf (Mt. 22,37-39). Wir heutigen denken spontan: Eigentlich geht das doch gar nicht. Das sind doch Gefühle, [...]

Philipper 4, 1-3 Eines Sinnes

Bibeltext

Wir merken immer wieder wenn wir Bibel lesen, dass die Gläubigen damals ähnliche Problem hatten wie wir. Paulus muss in seinem Brief ganz gezielt zwei Personen aufrufen, ihre Streitigkeiten beizulegen: “Evodia ermahen ich und Syntyche ermahne ich, dass sie eines Sinnes seien in dem Herrn.” (V.2) Wenn man sich das praktisch vorstellt, muss das ganz [...]

Philipper 3, 17-21 Folgt mir!

Bibeltext

“Folgt mir, liebe Brüder, und seht auf die, die so leben, wie ihr uns zum Vorbild habt.” (V.17) Ganz schön eingebildet dieser Paulus. Ich will doch nicht Paulus folgen, sondern Christus. Was denkt er sich dabei? Warum nimmt er sich so wichtig? Warum stellt er sich selbst als Vorbild hin und nicht Christus? Wenn man [...]

Philipper 3, 12-16 Zwischen den Polen

Bibeltext

Ich mag es nicht, wenn Christen selbstzufrieden und satt auf ihrer Kirchenbank sitzen und meinen, sie hätten alles schon erreicht, sie seien perfekte und vorbildliche Christen (und dabei verächtlich auf andere herunter schauen, die noch nicht so weit sind). Ich mag aber auch keine Christen, die sich ständig selbst bemitleiden, weil sie so schrecklich unperfekt [...]

Philipper 3, 10-11 IHN erkennen

Bibeltext

Was für Paulus das Allerwichtigste ist: “Ihn [Christus] möchte ich erkennen.” Mit “erkennen” ist hier nicht nur ein intellektueller Vorgang gemeint, sondern erkennen im biblischen Sinn: “einswerden, durchdringen und durchdrungen werden”. Und Paulus wäre nicht Paulus, wenn er dieses Erkennen nicht in ganz radikalem Sinn fasst: er möchte nicht nur eine Ahnung von Christus bekommen, [...]

Philipper 3, 2-9 Die Fleischeslust des Paulus

Bibeltext

Immer wieder taucht bei Paulus das Gegensatzpaar Geist und Fleisch auf. Hier an dieser Stelle ist sehr schön zu beobachten, dass “Fleisch” nicht gleichzusetzen ist mit rein körperlichen Begierden. Das ist ja ein modernes Missverständnis: Bei “Fleischeslust” denken wir sofort an Sex. Paulus beschreibt hier dagegen sein früheres hoch-religiöses Leben als Pharisäer als “Fleisch”. Denn [...]

Philipper 3, 1 Freude im Herrn

Bibeltext

Herrlich! Da sitzt einer im Gefängnis und schreibt über die Freude! Und zwar immer wieder. Auch in diesem Vers ruft Paulus seine Leser erneut zur Freude auf. Und darüber hinaus betont er noch, dass es ihn nicht nervt immer wieder dasselbe zu schreiben, sondern dass dies seine Leser umso gewisser macht. Wir müssen uns das [...]

Philipper 2, 25-30 Gott erbarmt sich

Bibeltext

Ich mag diese Nüchternheit. Epaphroditus, ein Abgesandter der Gemeinde von Philippi, war wohl schwer erkrankt und wieder gesund geworden. Paulus sagt dazu ganz schlicht: “Und er war todkrank, aber Gott hat sich über ihn erbarmt.” (V.27) Ich kann mir vorstellen, wie in so mancher Gemeinde aus diesem Geschehen ein Riesenereignis gemacht worden wäre. Man hätte [...]

Philipper 2, 19-24 Das Meine suchen

Bibeltext

Irgendwie immer wieder beruhigend und zugleich erschreckend, dass es in den Gemeinden damals ähnlich zuging, wie bei uns. Paulus spricht hier von seinem vorbildlichen Mitarbeiter Timotheus. Er betont seine Zuverlässigkeit und bemerkt so nebenbei über andere Mitarbeiter: “Denn sie suchen alle das Ihre, nicht das was Jesu Christi ist.” (V.21) Beruhigend ist, dass auch die [...]