Blogstöckchen: Wie gehst du mit Kritik um?

Dirk hat auf seinem Blog darüber nachgedacht, wie er mit Kritik umgeht und aus dieser Frage gleich ein Blogstöckchen gemacht. Mich hat’s auch getroffen…

Tja, die Sache ist gar nicht so einfach. Natürlich sagt man als aufgeklärter Mitteleuropäer sich selbst und den anderen immer, dass man gerne konstruktive Kritik hört und bereit ist, die auch umzusetzen. Aber mir selbst geht’s zumindest so, dass jede Kritik (auch wenn sie hundermal gerechtfertigt und nötig ist) zunächst mal weh tut. In mir steckt immer noch ein wenig von dem kleinen Jungen, der davon träumt ein Superheld zu sein, der immer alles richtig macht, der über allen Problemen steht und der in jeder Situation souverän den richtigen Weg findet.

Mein Verstand hat so langsam begriffen, dass das nur ein schöner Traum ist, aber mein Herz klammert sich wider besseres Wissen noch immer an dieses Ideal. Und wenn ich ehrlich bin, dann versetzt mir zunächst mal jede Kritik einen kleinen Stich in’s Herz – da hat jemand gemerkt, dass ich kein Superheld bin, dass ich nicht alles perfekt mache.

Wenn der Schmerz nachlässt, dann versucht sich der Verstand einzuschalten und abzuwägen, wie berechtigt die Kritik ist. Das gelingt mal besser und mal schlechter. Wenn’s gut läuft lern ich was draus, wenn nicht fühl ich entweder mich entweder schlecht oder den anderen doof… 😉

Natürlich hängt es auch davon ab von welchen Personen und in welchem Bereich mich Kritik trifft. Mit Kritik von weiter weg stehenden Leuten kann ich neutraler umgehen. Wenn mich aber eine vertraute Person in einem Bereich kritisiert, wo ich eigentlich mit mir zufrieden bin, dann kann mich das ganz schön aus der Bahn werfen.

Bei Dirk ging es auch konkret um Kritik an einer Predigt. Ich denke als Pastor und Prediger wird es immer Leute geben, die einen kritisieren. Muss auch gar nicht bös gemeint sein, aber es ist einfach so, dass der eigene Predigtstil nicht jedermanns Sache ist. Da kann man tun was man will, das bleibt einfach. Anders sieht’s aus bei Leuten, die einen gut kennen und die durch ihre Rückmeldung wirklich helfen wollen. Wenn da ein echtes Vertrauensverhältnis da ist, dann kann Kritik sehr hilfreich sein.

Bin außerdem – wie andichrist bei Dirk auch schon bemerkte – überzeugt, dass der Predigthörer genau so wichtig ist, wie der Prediger. Predigten so zu hören, dass sie einen wirklich treffen und dass man ganz bei der Sache ist, ist auch eine große Kunst. Auch die Hörer können die Qualität einer Predigt beeinflussen. Bei einem guten Predigthörer merkt der Prediger wärend der Predigt, ob er dabei ist, wie er auf einzelne Punkte reagiert und es kann fast schon ein kleiner Dialog entstehen. Wenn alle nur dasitzen und ans Mittagessen denken, dann wird die Predigt garantiert für Prediger und Zuhörer langweiliger und nichtssagender, wie wenn wenigsten ein paar wirklich aufmerksam und mit offenen Herzen Gott in der Predigt hören wollen.

So, werde das Stöckchen jetzt nicht weiterwerfen, da ich nicht gerne auf andere werfe und da Dirk schon auf manch andere geworfen hat, auf die ich auch geworfen hätte (ist doch schön, dass es bei uns im Deutschen noch einen echten Konjunktiv gibt, oder? Was täten wir nur ohne ihn?) 😉

Bewerte diesen Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.