Bernhard Schlink: Das Wochenende

Gar nicht so leicht als Autor, wenn man einmal solch einen gelungenen und erfolgreichen Bestseller hatte, wie Bernhard Schlink mit dem Buch „Der Vorleser“. Alle nachfolgende Bücher misst der Leser unwillkürlich an diesem Buch. Nach dem Vorleser hatte ich schon verschiedene Bücher von Schlink gelesen und jedes mal ging es mir, wie auch bei diesem Buch: Nicht schlecht…, gut geschrieben, interessante Story, gut zu lesen… aber begeistert hat mich das Buch nicht.

Hinter dem Roman steht eine spannende Frage: wie kommt eigentlich ein Terrorist und Staatsfeind mit seinem Leben zurecht, nachdem er zwanzig Jahre im Gefängnis war? Die Welt hat sich verändert, der Staat den er bekämpft hatte, begnadigt ihn nun. Die damaligen Gefährten haben ihren Weg in die Bürgerlichkeit gefunden. Und die Mission von damals scheint gescheitert zu sein. Wie gibt man seinem Leben einen neuen Sinn?

Das Buch beschreibt das erste Wochenende eines begnadigten deutschen Terroristen in Freiheit. Er verbringt es mit seiner mütterlichen Schwester und einigen ehemaligen Freunden. Durch einen Aktivisten aus der linken Szene, der den Freigelassenen für seine politischen Zwecke gebrauchen möchte, kommt zusätzliche Spannung in das Miteinander. Natürlich gibt es auch die eine oder andere Romanze.

Die Zutaten sind gut, aber mich fesselt das Buch nicht. Die Konflikte wirken auf mich etwas steril und irgendwie fehlt mir das Herzblut. Aber vielleicht liegt das auch daran, dass da nicht meine Welt beschrieben wird. Die Gedanken des Terroristen bleiben mir ziemlich fremd. Auch bei den anderen Figuren wird so manches aus ihrem Leben angekratzt, aber nicht wirklich tiefer gebohrt. Ständig wird von einer Person zur anderen gesprungen und alles bleibt etwas oberflächlich.

(Amazon-Link: Schlink: Das Wochenende)

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