Arno Geiger: Selbstporträt mit Flusspferd

Geiger: Selbstporträt mit FlusspferdSchade. Von Arno Geigers Buch „Der alte König in seinem Exil“ war ich begeistert – von diesem Buch nicht. Der Titel und die Idee mit dem Flusspferd klingt interessant. Aber leider haben mich die Geschichte und die Personen während des Lesens nicht gepackt, sondern eher gelangweilt.

Es geht um einen ziemlich durchschnittlichen und langweiligen jungen Mann. Julian hat sich von seiner Freundin Judith getrennt und schwebt jetzt etwas ziel- und planlos durchs Leben. Er findet einen Job, bei dem er bei einem alten Professor eine Flusspferddame im Garten versorgen soll. Flusspferde sind behäbige und unaufgeregte Tiere. Genau diesen Eindruck macht Julian auch. Neben dem Flusspferd lernt er auch die geheimnisvolle und aufregende Tochter des Professors kennen. Zwischen den beiden beginnt eine Liebschaft, bei der Julian aber nie genau weiß, was die Professorentochter Aiko von ihm hält.

Arno Geiger ist ein guter Schriftsteller. Sicher hat er seinen Roman ganz bewusst so gestaltet und auch stilistisch erzählt, dass er der eher langweiligen Hauptperson entspricht. Aber das ist ihm meiner Meinung nach etwas zu gut gelungen. Für mich bleibt die Handlung langweilig und die Hauptfigur Julian nicht recht greifbar. Auch die Frauenfiguren werden nicht richtig lebendig. Judith scheint fast zu perfekt zu sein und Aiko ist so geheimnisvoll, dass sie auch dem Leser fremd bleibt. Am interessantesten und schärfsten herausgearbeitet finde ich noch den totkranken Professor. Hier zeigt Geiger sehr schön, wie hinter der schroffen Fassade doch die Zuneigung zu seiner Tochter und am Ende auch zu Julian hervor blitzt.

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